Wie sollen die nächsten Euro-Scheine aussehen? Die Europäische Zentralbank hat zehn Gestaltungsvorschläge für eine neue Banknotenserie veröffentlicht. Die Menschen in Deutschland und allen anderen europäischen Ländern können die Entwürfe online vergleichen und bis zum 21. September 2026 um 23:59 Uhr bewerten, berichtet timestuff.de.
Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine verbindliche Volksabstimmung. Das Ergebnis der öffentlichen EZB-Umfrage soll in die Entscheidung einfließen, der endgültige Entwurf wird aber vom EZB-Rat ausgewählt. Neben den Rückmeldungen aus der Bevölkerung werden auch die Empfehlungen einer Fachjury und eine technische Bewertung berücksichtigt.
Wer mitentscheiden möchte, muss weder in der Eurozone leben noch ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Staatsangehörigkeit haben.
„Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas.“Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank – Pressemitteilung der EZB
Direkt zur Abstimmung über die neuen Euro-Banknoten
Die offizielle Befragung ist seit dem 23. Juli 2026 geöffnet. Sie kann in deutscher Sprache sowie in allen weiteren offiziellen Sprachen der Europäischen Union ausgefüllt werden.
Hier geht es direkt zur offiziellen EZB-Umfrage über die neuen Euro-Banknoten
So funktioniert die Teilnahme:
- Die offizielle Umfrageseite der Europäischen Zentralbank öffnen.
- Die gewünschte Sprache auswählen.
- Die zehn Vorschläge von Design A bis Design J ansehen.
- Die persönlichen Favoriten und Eindrücke angeben.
- Die Antworten absenden.
Die Befragung wird nach Angaben der EZB anonym durchgeführt. Namen, E-Mail-Adressen oder andere unmittelbar identifizierende Daten sollen nicht erhoben werden. Am Ende werden einige demografische Angaben abgefragt, diese Fragen können jedoch mit „Keine Angabe“ beantwortet werden.
Damit einzelne Personen das Ergebnis nicht durch wiederholte Teilnahmen verzerren, hat die EZB technische Maßnahmen vorgesehen, durch die jede Präferenz möglichst nur einmal gezählt werden soll. Weitere Details nennt die Zentralbank in ihren offiziellen Fragen und Antworten zur Neugestaltung.
Zehn Designs, aber nur zwei grundlegende Themen
Die zehn Entwürfe verteilen sich auf zwei Themenwelten:
- „Europäische Kultur“: bedeutende Persönlichkeiten und gemeinsame kulturelle Orte Europas.
- „Flüsse und Vögel“: europäische Landschaften, Vogelarten, Flussläufe und Institutionen der Europäischen Union.
Für jedes Thema wählte eine unabhängige Jury fünf Vorschläge aus. Insgesamt hatten sich mehr als 1.200 Grafikdesignerinnen und Grafikdesigner aus der Europäischen Union für den Wettbewerb beworben. 25 von ihnen durften vollständige Entwürfe einreichen.
Designs A bis J: Diese Entwürfe stehen zur Auswahl
| Design | Designer oder Studio | Thema | Charakter des Entwurfs |
|---|---|---|---|
| A | Studio Joost Grootens | Europäische Kultur | Minimalistische Porträts, bei denen Augen und Mund für Wahrnehmung, Ausdruck und kulturellen Austausch stehen. |
| B | PunktFormStrich | Flüsse und Vögel | Vogelarten, Landschaften, Fluggeschwindigkeiten und grafisch dargestellte Vogelstimmen. |
| C | Neue Gestaltung GmbH | Europäische Kultur | Klar erkennbare Porträts europäischer Persönlichkeiten, kräftige Farben und moderne Kulturszenen. |
| D | Rudy Guedj und François Girard-Meunier | Flüsse und Vögel | Eine Reise vom Ursprung eines Flusses bis zum Meer, verbunden mit Licht, Vögeln und abstrakten Landschaften. |
| E | Myrsini Vardopoulou | Europäische Kultur | Klassische Gestaltung mit Kreisen, Symbolen und visuellen Hinweisen auf die Leistungen berühmter Persönlichkeiten. |
| F | Jan Robert Dünnweller | Europäische Kultur | Handgezeichnete Porträts, Collagen und unterschiedliche Oberflächen als Ausdruck von „In Vielfalt geeint“. |
| G | Rubio & del Amo und Cruz más Cruz | Europäische Kultur | Große, direkte Porträts, lineare Muster und eine Struktur, die sich an den Buchstaben E, U, R und O orientiert. |
| H | Atelier Goppel-Toperngpong | Flüsse und Vögel | Wasser, Flugbewegungen und natürliche Lebensräume werden mit den Aufgaben der EU-Institutionen verbunden. |
| I | Isabelle Daëron | Flüsse und Vögel | Bewegung steht im Mittelpunkt: Vogelflug, Wasserströme und handgezeichnete sowie digitale Muster. |
| J | Ville Tietäväinen | Flüsse und Vögel | Eine fortlaufende Geschichte vom Gebirgsbach bis zum Meer, die sich über alle Banknotenwerte entwickelt. |
Alle Vorder- und Rückseiten der zehn Serien können in der offiziellen Galerie der EZB einzeln angesehen werden.

Welche Persönlichkeiten könnten auf den Euro-Scheinen erscheinen?
Bei den fünf Vorschlägen zum Thema „Europäische Kultur“ sind die abgebildeten Persönlichkeiten grundsätzlich festgelegt. Die Designer konnten jedoch selbst entscheiden, wie sie die Porträts, Farben und weiteren Gestaltungselemente interpretieren.
| Banknotenwert | Persönlichkeit | Kulturelles Motiv auf der Rückseite |
|---|---|---|
| 5 Euro | Maria Callas | Darstellende Künste und Straßenkünstler |
| 10 Euro | Ludwig van Beethoven | Musik und ein europäisches Gesangsfestival |
| 20 Euro | Marie Curie Skłodowska | Schulen, Universitäten und Bildung |
| 50 Euro | Miguel de Cervantes | Bibliotheken und gemeinsames Lesen |
| 100 Euro | Leonardo da Vinci | Museen, Ausstellungen und Kunst |
| 200 Euro | Bertha von Suttner | Öffentliche Plätze als Orte der Begegnung |
Damit könnte erstmals Ludwig van Beethoven auf einer regulären Euro-Banknote erscheinen. Auch die Physikerin und Chemikerin Marie Curie Skłodowska, die Opernsängerin Maria Callas und die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gehören zur Auswahl.

Welche Vögel und Landschaften sind vorgesehen?
Die zweite Themenwelt folgt einem Fluss von seiner Quelle im Gebirge bis zum offenen Meer. Mit steigendem Banknotenwert verändert sich die Landschaft. Gleichzeitig erscheint auf jedem Schein eine andere europäische Vogelart.
| Banknotenwert | Landschaft und Vogel | EU-Institution auf der Rückseite |
|---|---|---|
| 5 Euro | Bergquelle und Mauerläufer | Europäisches Parlament |
| 10 Euro | Wasserfall und Eisvogel | Europäische Kommission |
| 20 Euro | Flusstal und Bienenfresser | Europäische Zentralbank |
| 50 Euro | Mäandernder Fluss und Weißstorch | Gerichtshof der Europäischen Union |
| 100 Euro | Flussmündung und Säbelschnäbler | Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union |
| 200 Euro | Meereslandschaft und Basstölpel | Europäischer Rechnungshof |
Die fünf Naturentwürfe verwenden zwar dieselben grundlegenden Motive, unterscheiden sich aber deutlich in Stil und Aufbau. Einige wirken eher klassisch und erinnern an bestehende Banknoten. Andere arbeiten mit abstrakten Flächen, Infografiken, Bewegungsmustern oder ineinander übergehenden Landschaften.

Hat die Online-Abstimmung wirklich Einfluss auf die Entscheidung?
Ja, aber sie entscheidet nicht allein über den Gewinner. Die EZB bezeichnet das Verfahren offiziell als öffentliche Online-Umfrage. Es handelt sich somit nicht um eine Abstimmung, bei der automatisch das Design mit den meisten Stimmen gewinnt.
Der EZB-Rat will bei seiner Entscheidung mehrere Faktoren berücksichtigen:
- die Ergebnisse der frei zugänglichen Online-Umfrage,
- eine zusätzliche repräsentative Befragung im Euroraum,
- die Empfehlungen der unabhängigen Designjury,
- eine technische Prüfung der Entwürfe,
- Sicherheits-, Produktions- und Barrierefreiheitsanforderungen.
Das öffentliche Feedback ist damit ein wichtiger Teil der Auswahl, bleibt aber nur eines von mehreren Entscheidungskriterien. Ein optisch beliebter Entwurf könnte beispielsweise noch ausscheiden, wenn er technische Anforderungen nicht ausreichend erfüllt oder sich die verschiedenen Banknotenwerte im Alltag nicht deutlich genug unterscheiden lassen.
Die Umfrage gibt der Bevölkerung Einfluss, aber kein verbindliches Vetorecht und keine alleinige Entscheidungsgewalt.
Warum braucht der Euro überhaupt ein neues Design?
Die erste Euro-Banknotenserie wurde 2002 eingeführt. Später folgte schrittweise die sogenannte Europa-Serie mit modernisierten Sicherheitsmerkmalen. Die nun geplante Serie soll erstmals eine vollständige visuelle Neugestaltung bringen.
Die EZB nennt mehrere Gründe für den Wechsel:
- Besserer Schutz vor Fälschungen: Neue Technologien sollen die Scheine schwieriger kopierbar und leichter überprüfbar machen.
- Mehr Barrierefreiheit: Werte und Formate sollen auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen möglichst gut unterscheidbar sein.
- Weniger Umweltbelastung: Haltbarkeit, Materialien und Herstellungsverfahren sollen weiter verbessert werden.
- Eine zeitgemäßere europäische Identität: Die bisherigen Brücken und Baustile sollen durch Motive ergänzt oder ersetzt werden, die Menschen und Natur Europas konkreter darstellen.
Bleiben Farben, Größen und Banknotenwerte gleich?
Nach dem derzeitigen Plan sollen weiterhin Scheine zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro ausgegeben werden. Eine neue 500-Euro-Banknote ist nicht vorgesehen.
Auch die dominierenden Farben und die Größen der einzelnen Werte werden wahrscheinlich weitgehend erhalten bleiben. Dadurch könnten Verbraucher die Scheine weiterhin schnell erkennen. Gleichzeitig müssten Geldautomaten, Fahrkartenautomaten, Kassensysteme und Banknotenzähler weniger aufwendig umgerüstet werden.
Die gezeigten Bilder sind allerdings noch keine druckfertigen Banknoten. Nach der Auswahl kann der Siegerentwurf technisch überarbeitet werden. Sicherheitsmerkmale, Details, Schriftgrößen und einzelne Bildelemente können sich daher noch verändern.
Wann werden die neuen Euro-Scheine eingeführt?
Der EZB-Rat will den bevorzugten Gestaltungsvorschlag voraussichtlich gegen Ende 2026 bestimmen. Anschließend beginnt eine längere Entwicklungs-, Test- und Produktionsphase.
Ein konkretes Ausgabedatum steht noch nicht fest. Laut EZB wird es mehrere Jahre dauern, bis die ersten neuen Banknoten tatsächlich in Geldbörsen und an Geldautomaten auftauchen. Außerdem könnten die verschiedenen Werte nacheinander und nicht alle am selben Tag eingeführt werden.
Die Ergebnisse der öffentlichen und der repräsentativen Umfrage sollen erst nach der endgültigen Entscheidung des EZB-Rats veröffentlicht werden.
Werden die heutigen Euro-Banknoten ungültig?
Nein. Die derzeit verwendeten Euro-Scheine behalten ihren Wert. Sie sollen zunächst gemeinsam mit der neuen Serie im Umlauf bleiben. Es ist daher nicht notwendig, Bargeld vorsorglich umzutauschen oder bestehende Scheine schnell auszugeben.
Auch frühere Euro-Banknoten verlieren nicht plötzlich ihren Nennwert. Sollte eine Serie irgendwann aus dem regulären Zahlungsverkehr genommen werden, kündigt das Eurosystem solche Schritte rechtzeitig an und stellt Möglichkeiten zum Umtausch bereit.
Häufige Fragen zur EZB-Umfrage
Kann man aus Deutschland teilnehmen?
Ja. Die Umfrage richtet sich ausdrücklich an Menschen in ganz Europa und ist auf Deutsch verfügbar.
Muss man mindestens 18 Jahre alt sein?
Nein. Nach Angaben der EZB gibt es keine festgelegte Altersgrenze für die öffentliche Online-Befragung.
Dürfen auch Menschen außerhalb der Eurozone abstimmen?
Ja. Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz sollen für die Teilnahme keine Rolle spielen. Benötigt wird lediglich ein Gerät mit Internetzugang.
Ist die Teilnahme anonym?
Die EZB erklärt, dass keine unmittelbar identifizierenden Daten wie Name oder Kontaktdaten erhoben werden. Demografische Fragen am Ende können ohne konkrete Angabe beantwortet werden.
Kann man mehrmals abstimmen?
Die Befragung wurde so gestaltet, dass die Präferenz jeder teilnehmenden Person möglichst nur einmal gezählt wird.
Was tun, wenn die Umfrageseite nicht funktioniert?
Bei technischen Problemen verweist die EZB auf die E-Mail-Adresse neweurobanknotes@ecb.europa.eu. In der Nachricht sollte das konkrete Problem möglichst genau beschrieben werden.
Die wichtigsten Termine im Überblick
| Termin | Schritt |
|---|---|
| 23. Juli 2026 | Veröffentlichung der zehn Entwürfe und Start der öffentlichen Umfrage |
| 21. September 2026, 23:59 Uhr | Ende der öffentlichen Online-Umfrage |
| Gegen Ende 2026 | Voraussichtliche Auswahl eines Gestaltungsvorschlags durch den EZB-Rat |
| In den darauffolgenden Jahren | Technische Entwicklung, Tests, Produktion und schrittweise Einführung |
Wer einen Favoriten hat, sollte nicht bis zum letzten Tag warten. Die vollständigen Serien lassen sich in der deutschsprachigen Designgalerie vergleichen, anschließend kann das persönliche Feedback direkt über die offizielle Online-Umfrage der EZB abgegeben werden.
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