Nur wenige Meter fehlten zur großen Überraschung in Antholz: Philipp Horn hat im olympischen Massenstart den Bronzekampf gegen Quentin Fillon Maillet verloren und musste sich am Ende mit Rang vier begnügen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Olympiasieger wurde der Norweger Johannes Dale-Skjevdal, Silber ging an seinen Teamkollegen Sturla Holm Laegreid.
Horn war dicht dran am „Mega-Coup“ – doch der Schlusssprint drehte alles
Für die deutsche Mannschaft ist es die nächste bittere „Blech“-Geschichte im Biathlon bei diesen Spielen. Nach dem vierten Platz von Vanessa Voigt im Einzel sowie den Enttäuschungen in der Männer- und Frauenstaffel stoppte Horn erneut direkt vor dem Podest. Rein rechnerisch wirkt der Abstand klein, doch mental trifft Platz vier oft härter als jede Zeit im Ergebnisbogen.
Ein einziger Fehler im Stehendanschlag sprengte den Medaillenplan
Dabei sah lange vieles nach einem perfekten Rennen aus. Der Thüringer blieb dreimal am Schießstand fehlerfrei, hielt sich in der Spitzengruppe und kam zum entscheidenden Stehendschießen an der Seite von Laegreid – die Medaille praktisch vor Augen. Doch gleich mit dem ersten Schuss unterlief Horn sein einziger Fehler, und plötzlich begann Bronze zu entgleiten.
Laegreid räumte alle Scheiben ab und setzte sich sofort ab, ohne Raum für eine direkte Antwort. Dale-Skjevdal hatte kurz zuvor ebenfalls mit einer fehlerfreien Serie das Gold faktisch fix gemacht, als die Entscheidung gerade erst Fahrt aufnahm. Auf den letzten Kilometern blieb damit vor allem eine Frage offen: Wer holt Bronze – und kann Horn das Tempo bis ins Ziel halten?
Fillon Maillet kam sechs Sekunden näher – und schnappte sich Bronze auf der Schlussrunde

Horns Patzer öffnete die Tür für Quentin Fillon Maillet. Der Franzose kam kurz nach dem Deutschen an den Schießstand und leistete sich ebenfalls einen Fehler – bereits seinen vierten Fehlschuss in diesem Rennen. Trotzdem ging er nur sechs Sekunden hinter Horn zurück in die Loipe, und genau dieser Rückstand reichte, um seine größte Stärke auszuspielen: die enorme Laufgeschwindigkeit.
Auf der Schlussrunde lief Fillon Maillet Horn ein und zog Schritt für Schritt davon. Horn kämpfte, versuchte den Rhythmus zu halten, konnte das Tempo aber nicht mitgehen. Im Ziel fehlten ihm zehn Sekunden auf Bronze – eine kleine Zahl, die sich wie eine große Niederlage anfühlt.
„Warum ausgerechnet er?“ – Horns emotionale Worte nach dem Ziel
Nach dem Rennen stand Philipp Horn sichtlich getroffen am ZDF-Mikrofon. Er erzählte, dass ihm bei der Durchsage „sechs Sekunden auf Fillon Maillet“ sofort der Gedanke kam: „Warum ausgerechnet er?“ Horn bezeichnete den Franzosen als mit Abstand Schnellsten und als „absolute Maschine“, und den Moment an der Huber Alm beschrieb er als Druck, der kaum erklärbar sei.
Sein Eindruck: Irgendwann schaltete der Körper einfach ab, alles wurde schwer, Arme und Beine machten nicht mehr richtig mit. Fillon Maillet setzte sich ab – und der Traum von der olympischen Medaille zerfiel auf der Strecke, nicht am Schießstand. Genau darin liegt die Härte dieses Sports: Ein einziger Fehler und ein einziger Antritt eines Topläufers können ein ansonsten starkes Rennen komplett kippen.
Die weiteren Deutschen: zu viele Fehler, um ganz vorn anzugreifen
Auch die anderen deutschen Athleten hatten am Schießstand zu viele Probleme, um im Medaillenrennen ernsthaft mitzumischen. Philipp Nawrath belegte Platz sieben mit fünf Fehlern und einem Rückstand von +2:05,3 Minuten. David Zobel kam als 23. ins Ziel, leistete sich sieben Fehler und lag am Ende +4:32,4 Minuten zurück.
Deutsches Biathlon-Team droht bei Olympia ein historischer Tiefpunkt
Für die deutschen Biathleten könnten die Spiele in Norditalien zum schwächsten Olympia-Auftritt seit sehr langer Zeit werden. Abgesehen von der Bronzemedaille zum Auftakt in der Mixed-Staffel hat Deutschland bislang kein weiteres Edelmetall geholt. Einen solchen Medaillenmangel gab es seit 1992 nicht mehr – seither waren es bei Olympischen Spielen stets mindestens zwei Medaillen.
Die letzte Chance auf einen versöhnlicheren Abschluss bleibt den Frauen: Im Massenstart am morgigen Tag um 14:15 Uhr kann das Team noch einmal alles drehen. Nach der nächsten „Blech“-Enttäuschung wächst der Druck allerdings weiter – und genau damit kommt auch die nächste echte Bewährungsprobe.
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