Das Pentagon hat mit der Veröffentlichung neuer, freigegebener Materialien zu unidentified anomalous phenomena, also UAP — unidentifizierten anomalen Phänomenen — begonnen, die in den Medien häufig als UFOs bezeichnet werden, berichtet timestuff.de unter Berufung auf war.gov. Dabei geht es jedoch nicht um eine „offizielle Bestätigung der Existenz von Außerirdischen“, sondern um den Start eines eigenen staatlichen Archivs, in dem nach und nach Aufnahmen, Fotos, Dokumente und Berichte zu Fällen erscheinen sollen, die die US-Regierung bislang nicht eindeutig erklären konnte.
Das offizielle Portal trägt den Namen Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters, kurz PURSUE. Nach Angaben des US-Ministeriums handelt es sich um die erste Veröffentlichung neuer Dateien im Rahmen eines umfassenderen Transparenzprogramms zu UAP. Weitere Materialien sollen schrittweise zugänglich gemacht werden.
Das Wichtigste an dieser Geschichte ist nicht das reißerische Wort „UFO“, sondern die Tatsache, dass ein Teil der Materialien öffentlich zugänglich wird — ohne geschlossenen Zugang und ohne militärische Freigaben.
Was genau hat das Pentagon veröffentlicht?

Laut Associated Press umfasst das erste Paket 162 Dateien. Darunter befinden sich unter anderem frühere diplomatische Dokumente des US-Außenministeriums, FBI-Materialien, NASA-Transkripte, Fotos sowie Aufnahmen im Zusammenhang mit Meldungen über UAP.
Auf der offiziellen Website heißt es außerdem, dass neue Materialien in einzelnen Paketen alle paar Wochen veröffentlicht werden sollen. Der Grund ist einfach: Es geht um die Sichtung von Dutzenden Millionen Einträgen, von denen ein Teil weiterhin nur in Papierform existiert.
Wichtig: Die Materialien betreffen ungeklärte Fälle, nicht aber einen nachgewiesenen Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen.
Was bedeutet UAP und warum verwenden die USA nicht mehr nur den Begriff UFO?

Der Begriff UAP ist weiter gefasst als das klassische UFO. UFO wird meist als „unidentifiziertes Flugobjekt“ verstanden, während UAP nicht nur Objekte am Himmel umfasst, sondern auch anomale Phänomene, die von Sensoren, Kameras, Radaren oder militärischen Besatzungen registriert werden.
AARO, also die spezielle Pentagon-Stelle zur Analyse solcher Fälle, betont, dass sehr unterschiedliche Phänomene und Objekte in eine gemeinsame Kategorie fallen können:
- Drohnen;
- Ballons;
- Flugzeuge;
- Satelliten;
- Vögel;
- Meteore;
- optische Effekte;
- Sensorfehler;
- Phänomene, für die derzeit keine ausreichenden Daten vorliegen.
Die interessantesten Beispiele aus den neuen Materialien
Unter den veröffentlichten oder beschriebenen Materialien haben bereits mehrere Fälle besondere Aufmerksamkeit erregt.
| Fall | Was ist bekannt? | Aktueller Status |
|---|---|---|
| Meldung eines Drohnenpiloten aus dem Jahr 2023 | Der Pilot soll ein helles, linienförmiges Objekt bemerkt haben, das schnell verschwand | Erfordert weitere Analyse, keine endgültige Erklärung |
| Foto von Apollo 17 | Auf einem Archivfoto sind drei Punkte in Dreiecksformation über der Mondlandschaft zu sehen | Kein Konsens über die Art der Anomalie |
| Aufnahmen militärischer Sensoren | Ein Teil des Materials stammt von Infrarotkameras, die auf militärischen Plattformen eingesetzt wurden | Einige Fälle bleiben ungeklärt, andere wurden als Ballons, Vögel oder Flugzeuge eingeordnet |
| Fall PR-017, Europa 2024 | Eine Smartphone-Aufnahme wurde an AARO übermittelt | Die Daten reichen nicht für eine endgültige Bewertung aus |
AARO betreibt zudem eine offizielle Galerie mit UAP-Fotos und -Videos, in der Fälle von PR-001 bis PR-017 aufgeführt sind. Einige davon bleiben weiterhin ungelöst, mehrere Fälle wurden jedoch als Ballons, Vögel oder gewöhnliche Luftfahrzeuge erklärt.
Deshalb sollten Schlagzeilen über „UFO-Kontakte“ mit Vorsicht gelesen werden. In den Dokumenten geht es oft nicht um Kontakt, sondern um eine Beobachtung, eine Videoaufnahme oder eine Zeugenaussage.
Gibt es in den Dokumenten Beweise für die Existenz von Außerirdischen?

Nein. Nach aktuellem Stand bestätigen die offiziellen Erkenntnisse des Pentagons das nicht. Im AARO-Bericht für 2024 wurde festgehalten, dass die Behörde keine Beweise für die Existenz außerirdischer Wesen, deren Aktivitäten oder Technologien gefunden hat.
Auch im früheren historischen AARO-Bericht wurde betont, dass keines der analysierten staatlichen, ausländischen oder akademischen Projekte zu dem Schluss geführt habe, dass UAP-Meldungen außerirdischen Ursprungs seien. Gleichzeitig bleiben viele Fälle ungelöst, weil Daten in ausreichender Qualität fehlen.
Ein ungeklärter Fall ist kein Beweis für einen außerirdischen Ursprung. Er bedeutet lediglich, dass die verfügbaren Informationen für eine sichere Identifizierung nicht ausreichen.
Warum veröffentlichen die USA diese Dateien gerade jetzt?
DOW-UAP-PR36, ungelöster UAP-Bericht, Naher Osten, Mai 2020
— John Greenewald, Jr. (@theblackvault) May 8, 2026
Das United States Central Command übermittelte dem All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) einen Bericht über ein unidentifiziertes anomales Phänomen (UAP), bestehend aus zwei Minuten und 17 Sekunden Videomaterial von einer… pic.twitter.com/DKZK1dcoLe
Offiziell wird der Start des Archivs mit einer Politik größerer Transparenz begründet. Nach Angaben des Pentagons sind das Weiße Haus, die US-Geheimdienstgemeinschaft, das Energieministerium, die NASA, das FBI, AARO sowie weitere Institutionen in den Prozess eingebunden.
Der US-Kongress hatte vom Pentagon bereits zuvor eine systematischere Sammlung und Freigabe von Daten zu UAP gefordert, insbesondere nach öffentlichen Aussagen von Militärangehörigen über ungewöhnliche Objekte am Himmel. Associated Press weist darauf hin, dass die neue Veröffentlichung Teil mehrjähriger Bemühungen zur Freigabe solcher Materialien ist.
Wie viele UAP-Fälle hat das Pentagon bereits gesammelt?
— Department of War 🇺🇸 (@DeptofWar) May 8, 2026
Im Jahresbericht für 2024 informierte AARO über 757 neue UAP-Meldungen für den Zeitraum vom 1. Mai 2023 bis zum 1. Juni 2024. Davon betrafen 485 Ereignisse genau diesen Zeitraum, während sich 272 auf frühere Jahre bezogen, die zuvor nicht in Berichten erfasst worden waren.
Die Gesamtzahl der von AARO analysierten Fälle lag zum 1. Juni 2024 bei mehr als 1600.
Ein Teil der Fälle wurde bereits durch gewöhnliche Ursachen erklärt, darunter:
- Ballons;
- Vögel;
- Drohnen;
- Satelliten;
- Flugzeuge;
- Beobachtungsfehler;
- ungewöhnliche Wetterbedingungen;
- technische Grenzen von Kameras, Radaren oder Sensoren.
Andere Fälle bleiben offen, weil präzise Daten zu Geschwindigkeit, Höhe, Entfernung, Wetterbedingungen oder den Parametern der Aufzeichnungsgeräte fehlen.
Warum ist das nicht nur für UFO-Fans wichtig?
WOW. Das Department of War veröffentlicht Videomaterial eines UFOs vom 1. Januar 2024 in Griechenland. 👽
— Ally (@AllyJKiss) May 8, 2026
„Videomaterial, das 2024 mithilfe mehrerer Sensormodalitäten an Bord einer US-Militärplattform aufgenommen wurde. Das UAP wurde als ‚diamantförmig‘ beschrieben und bewegte sich mit etwa 434 Knoten. Der Beobachter… pic.twitter.com/4kgDM7XyE4
Für das Pentagon ist das Thema UAP vor allem eine Frage der Sicherheit des Luftraums. Wenn Piloten oder Radare ein unbekanntes Objekt in der Nähe militärischer Zonen, Flugrouten oder strategischer Einrichtungen erfassen, geht es in erster Linie darum, genau festzustellen, worum es sich gehandelt hat.
Mögliche Erklärungen können sein:
- zivile oder militärische Drohnen;
- Wetter- oder Beobachtungsballons;
- Satelliten oder Weltraumschrott;
- Flugzeuge, die aus einem ungewöhnlichen Winkel aufgenommen wurden;
- Vögel oder natürliche atmosphärische Phänomene;
- optische Effekte;
- Fehler von Kameras, Radaren oder Infrarotsensoren;
- Objekte, für die derzeit tatsächlich keine ausreichenden Daten vorliegen.
Das ernsteste Szenario für das Militär sind nicht „Außerirdische“, sondern unbekannte Technologien oder Aufklärungsmittel anderer Staaten.
Wie geht es mit dem PURSUE-Archiv weiter?
Die Veröffentlichung der Materialien im PURSUE-System ist erst der erste Schritt. Auf der offiziellen Website heißt es, dass weitere Dateien schrittweise hinzugefügt werden — sobald sie gefunden, geprüft, freigegeben und für die öffentliche Veröffentlichung vorbereitet wurden.
Sehr wahrscheinlich werden in den nächsten Paketen neue Aufnahmen, Fotos, historische Dokumente, Berichte von Bundesbehörden sowie Materialien zu Fällen erscheinen, die zuvor nur in geschlossenen Anhörungen oder Aussagen von Militärangehörigen erwähnt wurden.
Wer nach den UFO-Akten noch mehr ungewöhnliche Zeichen des Tages einordnen möchte, findet im Tageshoroskop für den 9. Mai 2026 hilfreiche Hinweise für alle Sternzeichen.
