Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft ist bei den Olympischen Winterspielen bereits im Viertelfinale ausgeschieden, berichtet timestuff.de unter Berufung auf zeit.de. Der Traum von einer Medaille platzte nach einer schmerzhaften 2:6-Niederlage gegen die Slowakei – und das Team um Leon Draisaitl verlor damit zum dritten Mal in den letzten Zyklen ausgerechnet im entscheidenden Moment gegen die Slowaken.
Ein Viertelfinale, das den deutschen Plan zerstörte
Eigentlich sollte dieses Spiel die Ambitionen der „stärksten deutschen Mannschaft der Geschichte“ untermauern, doch auf dem Eis kippte die Partie früh in eine andere Richtung. Im fünften Match innerhalb von sieben Tagen unterlag Deutschland der Slowakei klar mit 2:6 (0:1, 1:3, 1:2), der olympische Wettbewerb war damit beendet. Besonders bitter: Schon 2022 in Peking hatte die Slowakei die Deutschen aus dem Turnier geworfen – diesmal wiederholte sich das Ganze fast spiegelbildlich.
Für die Slowakei trafen Pavol Regenda (19., 41.), Miloš Kelemen und Oliver Okuliar (beide 25.), Dalibor Dvorský (31.) sowie Tomáš Tatar (56./57. – je nach Spielprotokoll). Auf deutscher Seite waren Lukas Reichel (35.) nach Vorarbeit von Draisaitl und Frederik Tiffels (51.) erfolgreich. Austragungsort war Mailand – und genau dort endete für Deutschland der Weg Richtung Medaille.
„Das Halbfinale war greifbar“ – doch Fehler machten alles zunichte

Schon vor dem Duell hatten die Deutschen die historische Chance betont, bei diesen Winterspielen um Edelmetall zu kämpfen. Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings brachte die Stimmung auf den Punkt: Das Halbfinale sei praktisch „zum Greifen nah“, jetzt liege es an ihnen. Das klang plausibel, denn der Gegner war zwar Olympia-Dritter von 2022, wirkte aber keineswegs unbezwingbar.
Im Spiel selbst hielt Deutschland dem Tempo und dem Druck jedoch nicht stand. Statt klarer Entscheidungen und effizienter Chancenverwertung häuften sich überhastete Aktionen – und vor allem Aussetzer in der eigenen Zone. In K.-o.-Spielen entscheiden Kleinigkeiten, und diesmal sammelte die Slowakei genau diese Details konsequent ein.
Defensive Aussetzer mit teuren Folgen
Die zentrale Schwachstelle der DEB-Auswahl zeigte sich dort, wo in einem Viertelfinale nichts passieren darf: im eigenen Drittel. Einer Mannschaft, die 2018 sensationell Olympia-Silber geholt hatte, fehlte diesmal in der Breite die Stabilität in der Defensive – das wurde schon in den ersten Minuten sichtbar. Besonders schwer taten sich Kai Wissmann und Jonas Müller, die gegen die Slowaken keinen guten Tag erwischten.
Der erste Nackenschlag kam im Auftaktdrittel: Ein grober Fehler von Wissmann leitete die slowakische Führung ein, Regenda nutzte den Moment zum 1:0 (19.). Im Mittelabschnitt wurde es noch härter. Lukas Kälble rutschte vor dem zweiten Gegentor durch Kelemen aus (25.), und nur 33 Sekunden später führte eine unglückliche Entscheidung von Müller zum 0:3 durch Okuliar.
Reichels Treffer kam zu spät – die Slowakei ließ Deutschland nicht zurück ins Spiel

Während die Deutschen versuchten, ihren Angriff aufzuziehen, wirkte das Offensivspiel oft zu schwerfällig und zu kompliziert. Kombinationen dauerten zu lange, klare Abschlüsse aus guten Positionen blieben selten. Selbst als Draisaitl Reichel schließlich mit einem feinen Zuspiel bediente und der auf 1:3 verkürzte (35.), war die Lage bereits brenzlig.
Denn die Slowakei hatte zuvor schon nachgelegt: Dvorský stellte auf 1:4 (31.) und verschaffte seinem Team ein dickes Polster. Deutschland ging mit der Hoffnung auf einen schnellen Lauf ins Schlussdrittel – doch gleich zu Beginn machte Regenda mit seinem zweiten Treffer (41.) praktisch den Deckel drauf.
Der letzte Stich – und harte Worte der deutschen Führungsspieler
Tiffels’ Powerplay-Tor zum 2:5 (51.) wirkte wie eine späte Antwort, weil der Abstand längst zu groß war. Als Bundestrainer Harold Kreis anschließend Torhüter Philipp Grubauer für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis nahm, bestrafte die Slowakei das Risiko sofort. Tatar erhöhte kurz vor Schluss auf 2:6 (56./57.), und diese Zahl auf der Anzeigetafel wurde zum endgültigen Urteil im olympischen Viertelfinale.
Nach der Schlusssirene sprach Tiffels offen aus, was die Partie gekippt hatte: Vor allem das zweite Drittel habe der Mannschaft das Genick gebrochen, weil zu viele Fehler eiskalt genutzt wurden. Auch Draisaitl fand deutliche Worte und verwies auf die vielen zugelassenen Konter sowie darauf, dass Deutschland nie wirklich zu seinem Spiel gefunden habe. Für seine Olympia-Premiere bleibt damit ein bitteres Fazit: Das Aus kam verdient – und der Medaillentraum ist vorerst vorbei.
Wer mehr über den nächsten deutschen Aufreger bei den Winterspielen lesen will, findet hier den Hintergrund zu Preuß und der Strafrunde im Stehendschießen der Biathlon-Staffel.
