Die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft der Frauen ist bei den Olympischen Spielen erneut nur haarscharf am Podium vorbeigelaufen, berichtet timestuff.de unter Berufung auf sportschau.de. In der 4×6-Kilometer-Staffel reichte es am Ende wieder nur zu Rang vier – und damit setzt sich eine bittere Serie fort: Für Deutschland ist es bereits der achte olympische Wettbewerb in Folge ohne Medaille.
Wieder Vierte: Wie Deutschland die Medaille aus der Hand gab
Mit Julia Tannheimer, Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt wollte das deutsche Quartett unbedingt in die Top drei. Doch eine Strafrunde und acht Nachlader kosteten entscheidend Zeit und warfen das Team auf den vierten Platz zurück. Besonders schmerzhaft war, dass ausgerechnet Preuß in die Strafrunde musste. Im Vorjahr hatte sie noch den Gesamtweltcup gewonnen, diesmal wurde ihr Abschnitt zum Wendepunkt der Staffel.
Frankreich holt Gold – trotz Strafrunde und Nachladern
Gold ging an die Favoritinnen aus Frankreich: Camille Bened, Lou Jeanmonnot, Océane Michelon und Julia Simon setzten sich durch. Die Französinnen gewannen in 1:10:22,7 Stunden, obwohl auch sie nicht fehlerfrei blieben und eine Strafrunde sowie sechs Nachlader verbuchten. Schweden wurde Zweiter mit +51,3 Sekunden, Norwegen holte Bronze mit +1:07,6 Minuten. Deutschlands Schlussläuferin Vanessa Voigt kam mit 1:29,1 Minuten Rückstand ins Ziel.
Tannheimer legt stark los und übergibt als Zweite
Der Start verlief für Deutschland nahezu perfekt – vor allem dank der erst 20-jährigen Julia Tannheimer. Im Feld der 20 Teams zeigte sie sich sehr abgeklärt, blieb im Liegendschießen fehlerfrei und brauchte im Stehendanschlag zwei Nachlader, ohne den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Tannheimer übergab als Zweite, nur knapp hinter der Schwedin Linn Gestblom. Genau dieser Auftakt weckte die Hoffnung, dass diesmal wirklich eine Medaille drin sein könnte.
Nach ihrem Abschnitt sagte Tannheimer: „Alles lief nach Plan“, auch wenn sie die zwei Nachlader im Stehen ärgerten. Sie erklärte, dass sie manchmal zu schnell zum Schießen komme, aber darauf gesetzt habe, dass ihre direkten Gegnerinnen dadurch eher an ihre Grenzen gehen. Außerdem erinnerte sie daran, dass sie in der vergangenen Saison auf der Pokljuka schon einmal als Startläuferin eine Staffel auf Rang drei gebracht hatte – und auch diesmal wieder ablieferte.
Preuß kippt das Rennen mit Problemen im Stehendanschlag
Auch der zweite Abschnitt begann stark, obwohl Franziska Preuß diesmal von ihrer gewohnten Rolle als Schlussläuferin auf die zweite Position vorgezogen wurde. Im Liegendschießen blieb sie fehlerfrei, während andere Teams nachladen mussten – und so setzte sich Deutschland sogar an die Spitze. Mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung ging Preuß zurück auf die Strecke und kam als Führende zum Stehendanschlag. Dort brach der Lauf jedoch komplett auf.
Wie schon zuvor in Antholz bekam Preuß die Scheiben im Stehen nicht in den Griff. Zwei Treffer fehlten, und die drei Nachlader reichten nur für einen zusätzlichen Treffer – die Strafrunde war unvermeidlich. Danach ging Preuß als Zwölfte wieder in die Spur, 42,3 Sekunden hinter der führenden Norwegerin Juni Arnekleiv. Beim Wechsel lag Deutschland nur noch auf Rang elf, etwa 46 Sekunden hinter den Podestplätzen.
Hettich-Walz kämpft sich nach vorn, doch es bleibt zu wenig
Als Dritte versuchte Janina Hettich-Walz, den Rückstand wieder wettzumachen. Im Liegendschießen brauchte sie einen Nachlader, im Stehen sogar alle drei, wobei zwei Fehler stehen blieben. Trotzdem machte sie mit starkem Tempo Plätze gut und führte Deutschland von Rang elf auf Platz fünf nach vorn. Damit wurde die Schlussrunde wieder spannend, auch wenn die Ausgangslage schwierig blieb.
Beim Wechsel auf Schlussläuferin Vanessa Voigt fehlten 1:22 Minuten zur Spitze und rund 30 Sekunden zu Bronze. Vorn erfüllte Frankreich endgültig die Favoritenrolle: Obwohl Camille Bened nach einer Strafrunde nur als 16. übergeben hatte, brachten Lou Jeanmonnot und Océane Michelon das Team wieder ganz nach vorn. Hinter Frankreich hielten sich Schweden und Norwegen weiter auf den Plätzen zwei und drei.
Voigt bleibt ohne Fehler – Bronze entwischt trotzdem
Vanessa Voigt wurde wegen ihrer Stärke am Schießstand als Schlussläuferin eingesetzt – und sie lieferte genau das. Mit einem fehlerfreien Liegendschießen brachte sie Deutschland auf Rang vier nach vorn und verkürzte den Abstand zu Bronze auf 22 Sekunden. Auch im Stehendanschlag blieb Voigt ohne Fehler, doch der Rückstand auf der Strecke war am Ende einfach zu groß. Die entscheidenden Sekunden ließen sich nicht mehr zulaufen.
Norwegens Maren Kirkeeide, die vor Voigt um Bronze kämpfte, benötigte zwar einen Nachlader, ging aber dennoch 14 Sekunden vor der Deutschen auf die Schlussrunde. Das reichte, um Platz drei zu verteidigen – Deutschland blieb erneut nur der undankbare vierte Rang. Ganz vorn brachte Julia Simon den Sieg für Frankreich sicher nach Hause, während Hanna Öberg für Schweden Silber festmachte.
Wer wissen will, warum Deutschland auch in der Olympia 2026 Biathlon-Verfolgung der Herren leer ausgeht und wo Philipp Horn landet, findet hier alle Details.
