Deutschland hat bei den Spielen in Mailand/Cortina den nächsten großen Moment erlebt: Daniela Maier gewinnt im Frauen-Ski-Cross olympisches Gold, berichtet timestuff.de unter Berufung auf sports.yahoo.com. In Livigno setzten sich derweil Chinas Freestyle-Skifahrer durch – im Männer-Aerials-Finale erzielte Wang Xindi die höchste Punktzahl.
Daniela Maier holt Gold vor den Titelträgerinnen
Am Freitag lieferte Daniela Maier den stärksten Auftritt ihrer Karriere ab und sicherte sich olympisches Gold im Frauen-Ski-Cross. Die Deutsche setzte sich in einem dominanten Lauf gegen die amtierende Weltmeisterin Fanny Smith aus der Schweiz durch, die am Ende Silber gewann. Bronze ging an Sandra Naeslund aus Schweden, die 2022 in Peking Olympiasiegerin war, während die 36-jährige Französin Marielle Berger Sabbatel Vierte wurde.
Für Deutschland ist es bereits das sechste Gold bei den Spielen in Mailand/Cortina – und dieses hat auch historische Bedeutung. Im Ski-Cross hatten die Deutschen seit dem olympischen Debüt der Disziplin im Jahr 2010 kein Gold mehr geholt. Für Maier wirkt dieser Triumph wie der nächste Schritt auf einer langen Linie, denn vor vier Jahren hatte sie bereits Bronze gewonnen.
„Erst auf dem Podium wurde es real“: Emotionen nach dem Zieleinlauf

Nach dem Rennen machte Maier klar, dass das Gefühl nicht sofort da war. Wirklich angekommen sei der Moment erst auf dem Podium, als ihr die Medaille umgehängt wurde, und sie brauche Zeit, um das alles zu begreifen. Gleichzeitig war es ihre erste deutsche Medaille im Livigno Snow Park, wo auch Wettbewerbe im Snowboard und im Freestyle-Ski ausgetragen werden.
Besonders ist die Geschichte auch wegen der schwierigen Wochen vor den Spielen. Maier hatte in der Vorbereitung mit Fitnessproblemen zu kämpfen, blieb aber dran und arbeitete sich immer wieder zurück – das sagte sie im Interview mit dem ZDF, sichtlich bewegt. Sogar die Feier war „für jedes Ergebnis“ geplant: Eine Freundin wollte im Zielbereich mit einem Aperol warten, doch der Drink kam nicht mit hinein, worauf Maier scherzte, dass es jetzt eben „ein paar Liter Aperol“ geben müsse.
Was Ski-Cross ausmacht – und warum ein Fehler alles kippen kann
Ski-Cross gehört zum Freestyle-Ski und wird im direkten Duell gefahren: Vier Athletinnen oder Athleten starten gleichzeitig und rasen nebeneinander über eine wellige Strecke. Sprünge, Wellen und schnelle Richtungswechsel machen Tempo und Linienwahl mindestens so wichtig wie reine Geschwindigkeit. Weil es eng zugeht und Körperkontakt vorkommt, kann schon ein kleiner Patzer in Sekundenbruchteilen den Podestplatz kosten.
Genau deshalb gilt olympisches Gold im Ski-Cross als besonders wertvoll. Entscheidend ist nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Nervenstärke, Timing und Kontrolle in jeder Kurve. Maier wirkte im Finale maximal fokussiert und ließ ihren Konkurrentinnen kaum Raum für ein Comeback – ein Lauf, der Tempo, Taktik und saubere Technik perfekt zusammenbrachte.
In Livigno gewinnt Wang Xindi Aerials-Gold – die Schweiz bleibt dran

Ebenfalls in Livigno wurden am selben Tag die Medaillen in den Männer-Aerials vergeben. Gold holte Chinas Wang Xindi: Sein Sprung „back double full–double full–full“ wurde mit 132,60 Punkten bewertet und war die Bestmarke des Finals. Der Schweizer Weltmeister Noe Roth lag nach dem ersten von zwei Finaldurchgängen noch vorne, musste sich am Ende jedoch mit Silber und 131,58 Punkten begnügen.
Bronze ging mit Li Tianma ebenfalls nach China, während Olympiasieger Qi Guangpu (Peking 2022) diesmal Sechster wurde. Auffällig war die Zusammensetzung des Finalfelds: Es bestand ausschließlich aus chinesischen und schweizerischen Athleten, Pirmin Werner aus der Schweiz belegte Platz fünf. Diese Dichte an der Spitze zeigt, wie eng und spezialisiert die Weltklasse in dieser Freestyle-Disziplin inzwischen ist.
Wetter verschiebt den Zeitplan – alles an einem Tag entschieden
Das Wetter stellte die Organisatoren vor Probleme. Die Qualifikation wurde zunächst von Dienstag auf Donnerstag verlegt, dann wegen der Prognosen und starken Schneefälle erneut verschoben – schließlich auf Freitag. Am Ende fanden Qualifikation und Finals an einem einzigen Tag statt, was den Druck zusätzlich erhöhte und kaum Raum für Fehler ließ.
Nach einem ähnlichen Muster wurde auch der Männer-Freestyle-Halfpipe-Wettbewerb organisiert. Dort liefen Qualifikation und Finale ebenfalls an einem Tag, die Medaillen sollten später am Freitag vergeben werden. Damit wurde Livigno für viele Athleten zum Ort eines echten Kraftakts – sportlich und mental.
Wer nach diesem Freestyle-Tag wissen will, wie es dem deutschen Team im Biathlon weiter ergeht, findet hier die Analyse zum Männer-Massenstart bei Olympia 2026.
