Ein olympischer Wettkampftag, den die deutsche Snowboard-Nationalmannschaft am liebsten sofort abhaken würde: Im Parallel-Riesenslalom stürzten Favoritinnen, und Medaillenchancen zerplatzten teils auf den letzten Metern, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Am härtesten traf es Ramona Hofmeister, die viele als klare Kandidatin für Gold gesehen hatten.
Sturz im Viertelfinale: Hofmeisters Medaillentraum endet abrupt
Snowboarderin Ramona Hofmeister (29) verpasste im Parallel-Riesenslalom bei den Olympischen Winterspielen eine Medaille. Im Viertelfinale gegen die Tschechin Zuzana Maderova (22) stürzte die Deutsche und schied vorzeitig aus. Bittere Pointe: Selbst ihr persönlicher Glücksbringer half diesmal nicht – Hofmeister steht normalerweise immer mit einem leopardenfarbenen Halstuch am Start.
Das Ergebnis in einem Satz: Ein Fehler im K.-o.-System – und alles war vorbei.
Comeback nach Verletzung: eigentlich lief alles nach Plan
Schon die Qualifikation kostete Nerven. Nach dem ersten von zwei Läufen lag Hofmeister zunächst nur auf Rang 7, kämpfte sich aber insgesamt in die Entscheidung. Danach gab sie Entwarnung: „Mit dem Fuß ist alles gut, ich habe keine Beschwerden.“
Dass sie das so klar sagt, hat einen Grund. Im September hatte sie sich den Knöchel gebrochen, erst Anfang des Jahres kehrte sie in den Weltcup zurück – und das direkt mit einem starken Ausrufezeichen.
Vor Olympia in Topform: Siege und Podeste als klares Signal
Hofmeister, die bereits 2018 in Pyeongchang olympisches Bronze geholt hatte, fand nach dem Comeback schnell ihren Rhythmus. Gleich das erste Rennen nach der Rückkehr gewann sie. In den vier weiteren Starts vor Olympia kamen noch einmal ein Sieg sowie ein zweiter und ein dritter Platz dazu.
Ihre Bilanz vor den Spielen (nach dem Comeback):
- 2 Siege
- 1× Platz 2
- 1× Platz 3
- dazu weitere starke Resultate in den übrigen Rennen
Genau deshalb wirkte sie wie eine echte Medaillenkandidatin – nicht wie ein Name, der nur gut klingt.
Erst Zentimeterkrimi, dann der Ausrutscher, der alles kippt
Bis ins Viertelfinale musste Hofmeister bereits zittern. Im Achtelfinale setzte sie sich gegen die Bulgarin Malena Zamfirova (16) durch – mit einem Vorsprung von nur 0,02 Sekunden. So ein Duell entscheidet oft ein einziger sauberer Schwung, und Hofmeister kam gerade noch durch.
Doch im nächsten Lauf reichte ein Patzer. Der Sturz im Viertelfinale löschte alle Medaillenpläne auf einen Schlag – das K.-o.-Format verzeiht nichts.
Überraschungen bei den Frauen: Ledecka raus, Maderova holt Gold
Nicht nur Hofmeister blieb ohne Medaille. Auch Esther Ledecka (30), Olympiasiegerin 2022, musste schon im Viertelfinale die Segel streichen – sie verlor gegen die Österreicherin Sabine Payer (33).
Am Ende hieß die neue Olympiasiegerin Zuzana Maderova. Payer gewann Silber, Bronze ging an die Italienerin Lucia Dalmasso (28). Der Podest-Mix überraschte viele – und zeigte, wie schnell sich in diesem Rennen alles drehen kann.
Medaillen (Frauen, Parallel-Riesenslalom):
- Gold: Zuzana Maderova
- Silber: Sabine Payer (33, Österreich)
- Bronze: Lucia Dalmasso (28, Italien)
Für Deutschland insgesamt ein gebrauchter Tag
Unterm Strich blieb die Ausbeute mager. Von 8 deutschen Startern (je 4 Männer und 4 Frauen) erreichten nur 3 Athleten überhaupt das Achtelfinale: Ramona Hofmeister, Cheyenne Loch (31) und Elias Huber (26).
Bei den Frauen:
- Cheyenne Loch (31) qualifizierte sich als 15. gerade noch für die Top 16, verlor dann aber im Achtelfinale gegen Zuzana Maderova mit +0,36 Sekunden.
- Melanie Hochreiter (29) schied als 20. nach der Quali aus.
- Mathilda Scheid (19) kam auf Platz 26 und war ebenfalls nach der Quali raus.
O-Töne nach dem Aus: Frust, Ehrlichkeit – und ein Bier mit der Familie
Melanie Hochreiter beschrieb ihre Läufe sehr offen. Im ersten Durchgang habe sie sich oben gut gefühlt, aber dieses Gefühl sei oft trügerisch – „meistens langsam“. Im zweiten Lauf sei ihr oben ein Fehler passiert, danach habe sie keinen Rhythmus mehr gefunden.
Trotz Enttäuschung blieb sie pragmatisch: Sie wolle nun den anderen die Daumen drücken. Ihre Familie sei vor Ort – also werde man am Ende des Tages zusammen ein Bier trinken und dann gehe es auch wieder.
Männer ebenso ohne Durchbruch: Huber verliert um 0,03 Sekunden, Karl holt Gold
Bei den Männern lief es ähnlich zäh. Schon in der Qualifikation scheiterten:
- Stefan Baumeister (32) – Platz 18
- Max Kühnhauser (22) – Platz 24
- Yannik Angenend (25) – Platz 25
Baumeister sagte, er sei enttäuscht und habe den Kurs zu „rund“ gefahren – jeder zusätzliche Zentimeter koste eben Zeit.
Der einzige Deutsche im K.-o.-Teil war Elias Huber (26), der als 12. in die Finalläufe ging. Doch im Achtelfinale verlor er gegen den Bulgaren Tervel Zamfirov (20) – den Bruder von Malena Zamfirova – mit nur 0,03 Sekunden Rückstand. Besonders bitter: Hubers Vater Thomas Huber (59) verfolgte das Rennen im Zielbereich.
Medaillen (Männer, Parallel-Riesenslalom):
- Gold: Benjamin Karl (40, Österreich)
- Silber: Kim Sang-kyum (37, Japan)
- Bronze: Tervel Zamfirov (20, Bulgarien)
Österreicher Benjamin Karl (40) wiederholte damit seinen Olympiasieg aus Peking 2022. Und der Tag lieferte einmal mehr die simple Wahrheit dieser Disziplin: Im Parallel-Riesenslalom entscheiden Sekunden – und manchmal ein einziger Wackler.
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