Der Rückruf von Rohwurstprodukten der Fleischwaren Wulff GmbH & Co. KG wurde deutlich ausgeweitet. Der Landkreis Göttingen meldet einen erneuten Nachweis von Shigatoxin-bildenden Escherichia coli, kurz STEC oder EHEC, in einer weiteren Tagesproduktion. Betroffene Produkte dürfen keinesfalls gegessen werden, berichtet timestuff.de.
Verbraucher sollten nicht nur auf den Namen „Wulff“ achten, sondern vor allem den genauen Produktnamen und die Chargennummer auf der Verpackung kontrollieren. Die aktuelle Liste umfasst neu hinzugekommene Chargen aus dem Nummernbereich 6213xx sowie bereits Anfang Juli zurückgerufene Chargen aus dem Bereich 6225xx.
Wichtig: Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist oder die Verpackung äußerlich unauffällig aussieht, gilt der Rückruf weiterhin. Geruch, Geschmack und Aussehen lassen eine mögliche STEC-Belastung nicht zuverlässig erkennen.
Das Wichtigste zum Wulff-Rückruf auf einen Blick
- Hersteller: Fleischwaren Wulff GmbH & Co. KG, Hans-Böckler-Straße 25, 37079 Göttingen
- Betriebskennzeichnung: DE NI 12730 EU
- Grund des Rückrufs: Nachweis von Shigatoxin-bildenden Escherichia coli, STEC/EHEC
- Betroffene Produktgruppen: unter anderem Zwiebelmettwurst, Schinken-Zwiebelmettwurst, Streichmettwurst, Pfefferlinge, Bierknacker und Mettpeitschen
- Vertrieb: über verschiedene Supermärkte und bei einzelnen Produkten über eine Bedientheke
- Empfehlung: nicht probieren, nicht weiterverarbeiten und nicht verzehren
Grundlage der aktuellen Übersicht ist die Behördeninformation des Landkreises Göttingen vom 15. Juli 2026.

Diese Produkte und Chargen wurden am 15. Juli neu hinzugefügt
Bei der Erweiterung des Rückrufs wurden neun Produktvarianten genannt. Nach Angaben des Landkreises wurde in einer Charge aus einer weiteren Tagesproduktion erneut EHEC nachgewiesen. Vorsorglich wird die gesamte betroffene Tagesproduktion der Rohware zurückgerufen.
| Produkt | Packungsgröße oder Ausführung | Betroffene Charge |
|---|---|---|
| Zwiebelmettwurst | 100 g | 621301 |
| Zwiebelmettwurst | 150 g | 621302 |
| Zwiebelmettwurst | ca. 150 g | 621301, 621302 |
| Zwiebelmettwurst am Stück | Stückware | 621301, 621302 |
| Schinken-Zwiebelmettwurst | ca. 150 g | 621302 |
| Schinken-Zwiebelmettwurst, frisch | 500 g | 621303, 621304 |
| Zwiebelmettwurst, frisch | 500 g | 621303, 621304 |
| Pfefferlinge | 6 × 50 g | 621312 |
| Streichmettwurst, grob ohne Knoblauch, Hörnchen | 2 × ca. 300 g | 621303 |
Entscheidend ist immer die Kombination aus Produktbezeichnung und Chargennummer. Andere Chargen desselben Produkts sind durch diese konkrete Warnung nicht automatisch betroffen.
Diese älteren Chargen aus dem Rückruf vom 1. Juli bleiben betroffen
Die neue Warnung ersetzt den ersten Rückruf nicht. Wer noch Wurstprodukte im Kühlschrank oder Gefrierschrank lagert, sollte deshalb auch die bereits Anfang Juli genannten Chargen überprüfen.
| Produkt | Ausführung | Betroffene Charge |
|---|---|---|
| Schinken-Streichmettwurst Hörnchen | 300 g | 622501 |
| Zwiebelmettwurst | 100 g | 622502 |
| Zwiebelmettwurst | ca. 150 g | 622503 |
| Delikatess Schinken-Zwiebelmettwurst, frisch | 200 g | 622504 |
| Schinken-Zwiebelmettwurst, frisch | 500 g | 622505 |
| Zwiebelmettwurst, frisch | 500 g | 622506 |
| Zwiebelmettwurst, tiefgefroren | 500 g | 622507 |
| Bierknacker | 4 × 60 g | 622510 |
| Schinken-Pfefferlinge im Saitling | 10/50 g laut Behördenliste | 622511 |
| Mettpeitschen | 45 g | 622512 |
Zusätzlicher Hinweis für Ware von der REWE-Bedientheke
Die offizielle REWE-Verbraucherinformation nennt zusätzlich eine über die Bedientheke verkaufte Ware:
- Streichmettwurst, grob, ca. 800 g
- EAN: 27220207
- Charge: 622501
- Verkaufszeitraum: bis einschließlich 30. Juni 2026
Bei Bedienthekenware ist möglicherweise keine ursprüngliche Herstellerverpackung mehr vorhanden. Käufer sollten deshalb auch Etiketten, Preisaufkleber oder noch vorhandene Kasseninformationen kontrollieren.
In welchen Bundesländern wurden die Produkte verkauft?
Die aktuelle Behördeninformation spricht allgemein von einem Vertrieb über verschiedene Supermärkte. Nach den auf Lebensmittelwarnung.de veröffentlichten Länderangaben betrifft die Warnung 14 Bundesländer:
- Bayern
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Als Ausnahmen wurden in dieser Länderübersicht das Saarland und Baden-Württemberg genannt.
Für bestimmte ältere, von REWE zurückgerufene Chargen nennt die REWE-Mitteilung allerdings auch Märkte in Baden-Württemberg. Verbraucher in Baden-Württemberg sollten ältere Wulff-Produkte daher ebenfalls kontrollieren und sich nicht allein auf die allgemeine Länderübersicht verlassen.
Bei welchen Supermärkten wurde Fleischwaren Wulff verkauft?
Eine vollständige, öffentlich bestätigte Händlerliste für sämtliche neu hinzugekommenen Chargen liegt derzeit nicht vor. Der Landkreis Göttingen schreibt lediglich von einem Vertrieb über verschiedene Supermärkte.
REWE hat den Verkauf ausgewählter älterer Chargen offiziell bestätigt. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass alle zurückgerufenen Produkte ausschließlich bei REWE erhältlich waren. Wer eine betroffene Charge besitzt, sollte das Produkt unabhängig vom Händler nicht verzehren.
Was Käufer mit einer betroffenen Packung tun sollten
- Produkt nicht öffnen oder probieren. Auch eine kleine Kostprobe ist nicht sinnvoll.
- Produktname und Charge fotografieren. Das erleichtert die Rückgabe und spätere Rückfragen.
- Packung separat sichern. Am besten ungeöffnet in einen dichten zweiten Beutel legen.
- Zur Verkaufsstelle zurückbringen. Dabei muss es nicht zwingend dieselbe Filiale sein, in der das Produkt gekauft wurde; die konkrete Abwicklung kann jedoch vom Händler abhängen.
- Hände und Kontaktflächen reinigen. Ist Flüssigkeit ausgetreten, Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und betroffene Küchenflächen sowie Gegenstände reinigen.
Wer das Produkt nicht zurückgeben kann, sollte es gut verschlossen im Restmüll entsorgen, sodass Kinder und Tiere keinen Zugriff darauf haben. Eine zurückgerufene Rohwurst sollte nicht durch Braten, Kochen oder Einfrieren „gerettet“ werden.
Gibt es das Geld auch ohne Kassenbon zurück?
Für die in der offiziellen REWE-Meldung genannten Produkte wird der Kaufpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Auch der Hersteller hatte in seiner Verbraucherinformation zum ersten Rückruf eine Erstattung ohne Kassenbon angekündigt.
Für die neu hinzugekommenen Chargen oder Produkte anderer Händler ist diese Regel nicht in jeder öffentlichen Meldung ausdrücklich festgehalten. Käufer sollten die Ware dennoch zur Verkaufsstelle bringen und dort die Rückgabe klären. Die Verpackung beziehungsweise das Etikett mit der erkennbaren Chargennummer sollte nach Möglichkeit mitgenommen werden.
Warum sind STEC und EHEC gefährlich?
STEC sind Escherichia-coli-Bakterien, die sogenannte Shigatoxine bilden. Bestimmte krankmachende STEC-Stämme werden als EHEC bezeichnet. Die Begriffe STEC, VTEC und EHEC werden in Rückrufmeldungen teilweise nebeneinander verwendet.
Nach Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung gehören kontaminierte Fleisch- und Milchprodukte zu den möglichen Infektionsquellen. Streichfähige Rohwürste werden nicht vollständig durcherhitzt und können deshalb für empfindliche Personengruppen ein besonderes Risiko darstellen.
Eine mögliche Belastung ist für Verbraucher weder am Geruch noch am Geschmack sicher erkennbar. Deshalb ist die Chargennummer wichtiger als eine eigene Beurteilung der Ware.
Welche Symptome können nach einer EHEC-Infektion auftreten?
Nach Angaben des Portals Infektionsschutz.de treten erste Beschwerden meistens nach drei bis vier Tagen auf. Möglich ist jedoch ein Zeitraum von etwa zwei bis zehn Tagen nach der Ansteckung.
| Mögliche Beschwerden | Empfohlenes Vorgehen |
|---|---|
| Wässriger Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Erbrechen | Ausreichend trinken, Verlauf beobachten und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. |
| Starke Bauchkrämpfe oder länger anhaltender Durchfall | Arztpraxis kontaktieren und auf den möglichen Verzehr eines zurückgerufenen Wulff-Produkts hinweisen. |
| Blutiger Durchfall oder deutliche Verschlechterung | Zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen. |
| Beschwerden bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren oder abwehrgeschwächten Menschen | Frühzeitig medizinisch untersuchen lassen, da schwere Verläufe und Flüssigkeitsverlust wahrscheinlicher sind. |
| Keine Beschwerden | Nach der Behördeninformation ist ein vorsorglicher Arztbesuch ohne Symptome nicht sinnvoll. |
In seltenen Fällen kann sich insbesondere bei kleinen Kindern nach dem Beginn des Durchfalls ein hämolytisch-urämisches Syndrom, kurz HUS, entwickeln. Dabei können die roten Blutkörperchen, die Blutgerinnung und die Nieren geschädigt werden. Möglich ist ein akutes Nierenversagen.
Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass schwere Komplikationen auch noch mehrere Tage nach dem Beginn der Magen-Darm-Beschwerden auftreten können.
Wer eine betroffene Wurst gegessen hat und schwere, blutige oder anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte beim Arzt ausdrücklich auf den möglichen Kontakt mit STEC/EHEC hinweisen.
Antibiotika oder stopfende Durchfallmedikamente sollten bei einem möglichen EHEC-Verdacht nicht eigenständig eingenommen werden. Die weitere Behandlung gehört in ärztliche Hände.
Was sagt Fleischwaren Wulff zu den Nachweisen?
Nach dem ersten Rückruf Anfang Juli erklärte das Unternehmen in einer eigenen Stellungnahme, der damalige amtliche Erstnachweis habe sich auf eine Probe der Zwiebelmettwurst mit der Charge 622506 bezogen. Eigene Untersuchungen eines Rückstellmusters und einer Gegenprobe seien nach Darstellung des Unternehmens unauffällig gewesen.
Die neue Behördenmitteilung vom 15. Juli berichtet jedoch von einem erneuten positiven Nachweis in einer weiteren Tagesproduktion. Welche einzelne der neu genannten Chargen positiv getestet wurde, wird in der Mitteilung nicht angegeben. Aus Vorsorgegründen wurde die gesamte betroffene Tagesproduktion zurückgerufen.
Für Verbraucher ändert die unterschiedliche Darstellung des ersten Befundes nichts an der Handlungsempfehlung: Alle in der amtlichen Rückrufliste aufgeführten Produkte und Chargen sollten nicht gegessen werden.
Häufige Fragen zum Fleischwaren-Wulff-Rückruf
Sind alle Wurstprodukte von Fleischwaren Wulff gefährlich?
Nein. Der Rückruf gilt für die ausdrücklich genannten Produkte und Chargennummern. Es wäre falsch, pauschal alle Produkte des Herstellers als betroffen zu bezeichnen.
Kann ich die Wurst essen, wenn sie normal riecht?
Nein. Eine mögliche STEC- oder EHEC-Belastung lässt sich nicht zuverlässig durch Riechen, Anschauen oder Probieren erkennen.
Gilt der Rückruf auch für bereits abgelaufene Ware?
Ja. Der Landkreis weist ausdrücklich darauf hin, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum einzelner Produkte bereits überschritten sein kann. Gelagerte oder eingefrorene Packungen müssen trotzdem kontrolliert werden.
War auch lose Ware von der Bedientheke betroffen?
Ja. REWE nennt eine grobe Streichmettwurst mit der Charge 622501, die bis zum 30. Juni 2026 über die Bedientheke angeboten wurde.
Wo finde ich die Chargennummer?
Die Nummer befindet sich normalerweise auf dem Verpackungsetikett, häufig in der Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums, der Herstellerangaben oder des Identitätskennzeichens.
Was hinter den Gerüchten über einen möglichen WM-Ausschluss Argentiniens steckt, lesen Sie in unserem Beitrag „Argentina out: Wird Argentinien wirklich von der WM 2026 ausgeschlossen?“
