Nach Energieproblemen und einer Welle von Warnstreiks in verschiedenen Bereichen stellen sich viele Berlinerinnen und Berliner erneut dieselbe Frage: Komme ich morgens zur Arbeit – und bricht der Verkehr wieder zusammen? Das berichtet timestuff.de unter Berufung auf mietrecht-ratgeber.de. Für Donnerstag, den 15. Januar 2026, ist ein großflächiger Stillstand der BVG (U-Bahn/Straßenbahnen/Busse) durch einen Streik an diesem Tag derzeit nicht bestätigt. Gleichzeitig treffen in der Stadt jedoch Tarifverhandlungen, lokale Infrastrukturvorfälle und einzelne Warnaktionen im Bahnsektor aufeinander.
Die wichtigste Regel für diese Woche ist simpel: Route vor dem Losgehen checken – und einen Plan B parat haben.
Schnell-Status für den 15. Januar: Was fährt – und wo gibt es Risiken?
Unten finden Sie eine kurze Übersicht speziell für den Morgen und den Tag am Donnerstag.
| Verkehrsmittel | Status am 15.01.2026 | Was das für Fahrgäste bedeutet |
|---|---|---|
| U-Bahn / Straßenbahnen / Busse (BVG) | Grundsätzlich sollen sie fahren, aber es gibt eine bekannte Einschränkung auf der U9 | Wenn Ihre Strecke die U9 im Südwesten betrifft, planen Sie mehr Zeit für Umstiege/Shuttle ein. |
| S-Bahn Berlin | Soll fahren, aber es gibt lokale Einschränkungen (Halteausfälle/Bauarbeiten/Störungen) | Prüfen Sie die Linie vor der Fahrt; einige Änderungen können punktuell und „dynamisch“ sein. |
| Regionalzüge RE/RB Richtung Brandenburg/Nordosten | Mögliche Einschränkungen am Morgen 07:00–09:30 durch einen EVG-Warnstreik bei der Infrastruktur RIN | Höchstes Risiko in der Morgen-Hauptverkehrszeit; möglich sind Verspätungen oder Ausfälle auf einzelnen Abschnitten. |
| Großer Lokführerstreik bei der DB (GDL) | Bis Ende Februar soll es keine Streiks geben – wegen einer „Friedenspflicht“ | Wenn es zu einer Eskalation kommt, dann voraussichtlich nicht vor März. |
„Bis Ende Februar gilt eine Vereinbarung über eine ‚Friedenspflicht‘ – Streiks sind in dieser Zeit ausgeschlossen“, so wird der Start der Tarifverhandlungen zwischen DB und GDL im Kern erklärt.
S-Bahn: Wo genau es zu Unannehmlichkeiten kommen kann

1) Ringbahn ohne Halt in Wedding (wichtig für S41/S42)
Einer der spürbarsten Punkte für tägliche Umstiege: Die Ringbahn könnte zeitweise nicht am S-Bahnhof Wedding halten. Das heißt nicht, dass der Ring „stillsteht“ – aber der Halt kann vorübergehend entfallen. Fahrgästen wird dann in der Regel ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen benachbarten Knotenpunkten angeboten.
Wenn Sie normalerweise in Wedding aussteigen: Prüfen Sie direkt Alternativen wie Gesundbrunnen oder Westhafen plus Ersatzbus.
2) Bauarbeiten und kurze „Zeitfenster“ mit Änderungen
Die S-Bahn veröffentlicht regelmäßig aktuelle Hinweise (Bauen & Störung) – dort tauchen punktuelle Einschränkungen bei Linien, Bahnsteigen oder Halten meist zuerst auf. Das ist hilfreich, weil auch ohne Streik kurze Bauphasen oder Störungen den Betrieb verändern können.
Tipp „aus Fahrgastsicht“: Route zweimal prüfen – am Abend davor und morgens vor dem Losgehen. Nachts kann sich durch Arbeiten schnell etwas ändern.
Regionalzüge RE/RB: Was am Morgen des 15. Januar ruckeln kann

Für den 15. Januar hat die EVG einen Warnstreik beim Unternehmen Regio Infra Nord-Ost (RIN) von 07:00 bis 09:30 Uhr angekündigt. Da es um Infrastruktur und Betrieb auf bestimmten Streckenabschnitten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geht, sind Auswirkungen auf den Regionalverkehr (teils auch DB Regio und ODEG auf einzelnen Abschnitten) möglich.
Die größte Risikozone ist die Morgen-Hauptverkehrszeit: Schon kleine Ausfälle können sich bei Umstiegen schnell summieren.
Kommentar eines Mobilitätsberaters: Wenn Ihr RE/RB zwischen 7 und 9 Uhr fährt, wählen Sie wenn möglich einen früheren Zug oder eine Parallelroute über die S-Bahn bzw. eine andere Linie – so hängt weniger von einem einzigen Engpass ab.
Kommt ein bundesweiter S-Bahn-Streik wegen der GDL?
Wichtig ist, unterschiedliche Verhandlungen nicht zu vermischen. Die DB und die Lokführergewerkschaft GDL haben zwar Tarifverhandlungen gestartet, gleichzeitig gilt aber eine Friedenspflicht bis Ende Februar – in dieser Zeit soll es keine Streiks geben.
Das bedeutet: Großflächige Ausfälle wegen der GDL (wie in früheren Jahren) wären eher ein Thema später, falls es zu keiner Einigung kommt.
U-Bahn: Fährt sie – und was ist mit der U9?
Auch wenn die BVG in dieser Woche keinen Verkehrsstreik für einen конкретen Tag angekündigt hat, gibt es bei der U-Bahn eine Infrastrukturproblematik auf der U9 nach einem Vorfall am Bahnhof Schloßstraße. Die BVG beschreibt eine teilweise Wiederaufnahme des Betriebs seit dem 05. Januar 2026, jedoch mit Pendelbetrieb auf einem Abschnitt und dem Hinweis, auf Buslinien auszuweichen, wo der Betrieb eingeschränkt ist.
Wenn Ihre Strecke über Steglitz/Schloßstraße führt: Planen Sie Umstiegszeit ein und achten Sie an Knotenpunkten darauf, von welchem Gleis der Zug abfährt.
Wo Straßensperrungen und Staus möglich sind

1) Demo-Route am 14. Januar (kann den Abend und „Nachlauf“ im Verkehr betreffen)
Die Berliner Polizei veröffentlicht Routen genehmigter Versammlungen. Für den 14.01 ist ein Zug vom Dorothea-Schlegel-Platz über Georgenstraße → Friedrichstraße → Unter den Linden → Karl-Liebknecht-Str. → Spandauer Straße bis zum Bereich Neptunbrunnen aufgeführt. In solchen Fällen sind temporäre Sperrungen oder Einschränkungen auf diesen Straßen und an angrenzenden Kreuzungen möglich.
2) Nächtliche Sperrungen im Tiergartentunnel (relevant, wenn Sie am 15. Januar spät unterwegs sind)
Unabhängig vom Streikthema gibt es auch technische Sperrungen: In städtischen Hinweisen taucht eine nächtliche Schließung des Tiergartentunnels auf (unter anderem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag). Das kann späte Fahrten durch das Zentrum beeinflussen.
Was Fahrgäste tun können: kurzer Check
- Wenn Sie am Morgen RE/RB fahren: Prüfen Sie, ob Ihre Strecke Abschnitte berührt, die von RIN betroffen sein könnten – und halten Sie eine Alternative bereit.
- Wenn Ihre Route über Ringbahn + Wedding geht: Planen Sie Umstiege über Nachbarbahnhöfe plus Ersatzverkehr.
- Wenn Sie die U9 nutzen: Rechnen Sie mit mehr Zeit und prüfen Sie die BVG-Infos zum eingeschränkten Abschnitt.
- Wenn Sie mit dem Auto durch die Innenstadt müssen: Berücksichtigen Sie Demo-Routen und nächtliche Sperrungen – besonders, wenn Sie über Tiergarten/Tunnel fahren.
Die beste „Versicherung“ in dieser Woche ist ein Zeitpuffer plus eine Ausweichroute – selbst wenn offiziell „alles fährt“.
Wer neben dem Verkehr auch wissen will, welche Bereiche in Berlin und Brandenburg vom ver.di-Streik am 15. Januar betroffen sein könnten, findet die wichtigsten Infos im separaten Beitrag.
