Ein groß angelegter BMW-Rückruf sorgt aktuell für Aufmerksamkeit: Bei bestimmten Fahrzeugen besteht unter ungünstigen Umständen Brandgefahr, berichtet timestuff.de unter Berufung auf bild.de. Auslöser ist ein mögliches Problem im Bereich des Anlassers, das sich von Startschwierigkeiten bis zu einem sicherheitsrelevanten Defekt entwickeln kann.
Was passiert ist und wie viele Fahrzeuge betroffen sind
BMW hat bei internen Qualitätsprüfungen Risiken rund um den Anlasser festgestellt und die Kontrolle auf mehrere Modellreihen weltweit ausgeweitet. Das Fachmagazin „kfz-Betrieb“ nennt eine Zahl von 575.000 betroffenen Fahrzeugen. Der Hersteller selbst bestätigt diese Summe nicht, spricht jedoch von einer „mittleren sechsstelligen“ Stückzahl.
Für Deutschland liegt eine konkrete Angabe vor: 28.582 Fahrzeuge sollen hier betroffen sein. Allein diese Zahl zeigt, dass es sich nicht um eine kleine technische Randnotiz handelt, sondern um eine Aktion mit spürbarer Reichweite.
Worin das Starter-Problem besteht und warum es brenzlig werden kann
Nach Angaben von BMW kann es nach einer hohen Anzahl an Startvorgängen zu erhöhtem Verschleiß am Magnetschalter kommen. Das kann dazu führen, dass das Fahrzeug schlechter startet oder im Extremfall gar nicht mehr anspringt. Besonders unangenehm wird das, wenn es nicht in der Garage passiert, sondern unterwegs – etwa auf einem Parkplatz oder nach einem kurzen Stopp.
Zusätzlich ist ein Kurzschluss nicht auszuschließen. Dadurch kann es lokal zu einer Überhitzung am Starter kommen. Im ungünstigsten Fall kann das während des Betriebs zu einem Fahrzeugbrand führen.
Welche Anzeichen möglich sind und wie man sich bis zur Reparatur verhält
Wenn sich das Problem bemerkbar macht, kann während der Fahrt oder beim Aussteigen Rauch zu sehen sein oder ein auffälliger Geruch entstehen. BMW rät deshalb dazu, ein Fahrzeug mit laufendem Motor nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Diese Vorsichtsmaßnahme ist simpel, kann aber helfen, Risiken bis zum Werkstatttermin zu reduzieren.
Auch ungewöhnliche „Aussetzer“ beim Starten sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Selbst wenn der Motor am Ende noch anspringt, kann das bereits ein Hinweis auf den beginnenden Verschleiß sein.
Welche Modelle unter den Rückruf fallen
Betroffen sind Fahrzeuge aus mehreren Baureihen. Genannt werden das 2er Coupé, verschiedene Varianten der 3er-, 4er- und 5er-Reihe sowie der 6er Gran Turismo. Außerdem geht es um die 7er Limousine sowie die Modelle X4, X5, X6 und den Z4.
Übersicht der genannten Modelle:
| Modellreihe | Konkretisierung |
|---|---|
| BMW 2er | Coupé |
| BMW 3er | bestimmte Varianten |
| BMW 4er | bestimmte Varianten |
| BMW 5er | bestimmte Varianten |
| BMW 6er | Gran Turismo |
| BMW 7er | Limousine |
| BMW X4 | SUV |
| BMW X5 | SUV |
| BMW X6 | SUV |
| BMW Z4 | Roadster |
Woran die Betroffenheit hängt und warum Baujahre nicht immer eindeutig sind
Im Fokus stehen Fahrzeuge mit einem Starter-Relais, das zwischen Juli 2020 und Juli 2022 produziert wurde. Der genaue Produktionszeitraum der einzelnen Autos lässt sich nicht immer exakt eingrenzen. Der Grund: Starter wurden unterschiedlich lange gelagert oder transportiert, bevor sie ins Fahrzeug eingebaut wurden.
Zudem können auch Autos betroffen sein, bei denen ein fehlerhafter Starter später im Rahmen einer Reparatur nachgerüstet wurde. Das macht eine individuelle Prüfung besonders wichtig.
So können Halter prüfen, ob ihr BMW dabei ist
Fahrzeughalter können auf einer BMW-Internetseite prüfen, ob ihr Auto Teil der Rückrufaktion ist. Dafür wird die Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN/VIN) benötigt. Sie steht in den Fahrzeugpapieren und ist in der Regel auch am Fahrzeug selbst zu finden.
Wenn die Prüfung eine Betroffenheit bestätigt, sollte der Werkstatttermin nicht unnötig hinausgezögert werden. Brandfälle sind zwar selten, können jedoch erhebliche Schäden verursachen – und genau darum geht es bei diesem Rückruf.
Nicht der erste Rückruf mit Brandrisiko rund um den Starter
Bereits im vergangenen Herbst hatte BMW Hunderttausende Fahrzeuge zurückgerufen, weil ein Starter-Problem im schlimmsten Fall ebenfalls Brände auslösen konnte. Damals lag die Ursache jedoch nicht am Verschleiß, sondern an Wasser, das in den Starter eindringen und Korrosion verursachen konnte.
Ein weiterer Unterschied: In der früheren Aktion konnte das Risiko auch im ausgeschalteten Zustand auftreten. Im aktuellen Fall steht vor allem die Gefahr im Zusammenhang mit dem Betrieb und möglichen Überhitzungen im Bereich des Starters im Vordergrund.
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