Die zweite Nacht der Emmys 2026 hat die Ausgangslage vor der großen TV-Gala deutlich verändert. Vor allem zwei Serien konnten sich absetzen: „Widow’s Bay“ gewann acht Emmys, „DTF St. Louis“ kam auf sechs. Dahinter sammelten „Spider-Noir“ fünf sowie „The Pitt“ und „Pluribus“ jeweils vier Auszeichnungen, berichtet timestuff.de.
Das klingt zunächst nach einem klassischen Ergebnis der Creative Arts Emmys, bei denen vor allem Kamera, Musik, Ausstattung oder Sound ausgezeichnet werden. Doch 2026 ist die Trennung nicht mehr so sauber. Die Television Academy hat mehrere prominentere Kategorien in die ersten beiden Emmy-Nächte verschoben. Dadurch fielen am Sonntag bereits Entscheidungen, die früher stärker mit der großen Fernsehshow verbunden waren.
Die interessanteste Frage ist deshalb nicht, wer am Sonntag die meisten Trophäen gesammelt hat, sondern welche Serien daraus tatsächlich Rückenwind für die noch offenen Hauptkategorien mitnehmen.
„Widow’s Bay“ ist der klare Gewinner der zweiten Emmy-Nacht
Mit acht Preisen stand „Widow’s Bay“ am Ende des Abends ganz oben. Die Apple-TV-Serie gewann unter anderem für Casting, Production Design, Kamera, Musik und Sound. Hinzu kam eine besonders sichtbare Auszeichnung: Betty Gilpin gewann als Gastdarstellerin in einer Comedyserie.
Damit hat „Widow’s Bay“ einen bemerkenswert breiten Erfolg erzielt. Die Serie wurde nicht nur in einer einzelnen technischen Disziplin belohnt, sondern in mehreren Bereichen, die gemeinsam bestimmen, wie eine Produktion aussieht und klingt.
Bei acht Siegen geht es nicht mehr um einen einzelnen starken Fachbereich. „Widow’s Bay“ hat gezeigt, dass die Serie bei sehr unterschiedlichen Emmy-Wählergruppen funktioniert.
Das ist vor der Hauptgala besonders interessant. „Widow’s Bay“ gehört weiterhin zu den Nominierten für Outstanding Comedy Series. Matthew Rhys ist außerdem als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie nominiert.
Schon bei Bekanntgabe der Nominierungen war klar, dass die Serie kein Außenseiter ist. Sie kam insgesamt auf 19 Emmy-Nominierungen und lag damit nur hinter „The Pitt“ und „Hacks“ sowie knapp vor „Pluribus“.
Die wichtigsten Ergebnisse der zweiten Nacht auf einen Blick
| Serie | Emmys in Nacht 2 | Besonders wichtig | Bedeutung vor der Hauptgala |
|---|---|---|---|
| Widow’s Bay | 8 | Betty Gilpin, Casting, Kamera, Sound, Musik | Starker Rückenwind im Comedy-Rennen |
| DTF St. Louis | 6 | David Harbour und Linda Cardellini | Zeigt ungewöhnlich breite Unterstützung |
| Spider-Noir | 5 | Mehrere handwerkliche Kategorien | Einer der technischen Gewinner des Abends |
| The Pitt | 4 | Ernest Harden Jr. als Gastdarsteller | Bleibt ein Schwergewicht im Drama-Rennen |
| Pluribus | 4 | Mehrere Auszeichnungen vor der Hauptshow | Bleibt Konkurrent von „The Pitt“ |
Die Zahlen stammen aus der offiziellen Zusammenfassung der Television Academy zur zweiten Emmy-Nacht.
„DTF St. Louis“ gewann nicht nur technische Emmys

Fast noch interessanter als die acht Preise für „Widow’s Bay“ sind die sechs Emmys für „DTF St. Louis“.
Der Grund liegt in den Kategorien. David Harbour gewann als bester Nebendarsteller einer Limited oder Anthology Series, Linda Cardellini als beste Nebendarstellerin. Beide erhielten damit ihren ersten Emmy.
Diese beiden Auszeichnungen sind wichtig, weil sie zeigen, dass „DTF St. Louis“ nicht nur bei Kamera, Ausstattung oder anderen Produktionsgewerken Zustimmung findet. Auch die Schauspieler wurden direkt ausgezeichnet.
- David Harbour gewann für seine Rolle als Floyd Smernitch.
- Linda Cardellini setzte sich in der Kategorie Supporting Actress durch.
- Insgesamt brachte es „DTF St. Louis“ am Sonntag auf sechs Siege.
- Die Serie gehört weiterhin zu den wichtigen Titeln im Rennen der Limited Series.
Gerade dieser Mix macht das Ergebnis interessant. Ein technischer Sweep kann auf außergewöhnliche Produktionsqualität hinweisen. Zwei Schauspielpreise plus weitere Siege sprechen dagegen für eine Serie, die in unterschiedlichen Teilen der Academy Unterstützung findet.
Warum diese Emmy-Nächte 2026 wichtiger sind als früher
Wer die Emmys nur über die große Fernsehübertragung verfolgt, könnte die Veranstaltungen am 5. und 6. September leicht als Nebenschauplatz betrachten. Genau das wäre in diesem Jahr jedoch irreführend.
Die Television Academy hat das Programm für die 78. Emmy Awards verändert. Unter anderem wurden Kategorien wie Supporting Actor und Supporting Actress in einer Limited Series sowie Regie und Drehbuch in diesem Bereich in die früheren Award-Nächte verschoben. Die Academy erklärte die Änderungen damit, die dreistündige Hauptshow stärker auf ein breites Fernsehpublikum auszurichten.
Details zu dieser neuen Aufteilung hat die Television Academy selbst veröffentlicht.
Deshalb sollte man die sechs Preise von „DTF St. Louis“ nicht mit einem gewöhnlichen Creative-Arts-Ergebnis früherer Jahre vergleichen.
„The Pitt“ bleibt trotz acht Emmys für „Widow’s Bay“ ein Favorit
Ein anderer Name darf durch das starke Ergebnis von „Widow’s Bay“ nicht untergehen: „The Pitt“.
Das Krankenhausdrama ging mit insgesamt 25 Nominierungen in die Emmy-Saison und damit mit mehr Nennungen als jede andere Serie. In der zweiten Nacht kamen vier weitere Siege hinzu. Ernest Harden Jr. gewann als bester Gastdarsteller in einer Dramaserie.
Die entscheidenden Rennen sind für „The Pitt“ damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Die Serie ist unter anderem weiterhin für Outstanding Drama Series nominiert. Noah Wyle steht im Rennen um den Emmy als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie.
Die vollständigen Nominierungen und bisherigen Siege von „The Pitt“ führt die Television Academy in ihrer Emmy-Datenbank.
Auch „Pluribus“ ist noch lange nicht aus dem Rennen
Ähnlich sieht es bei „Pluribus“ aus. Die Serie von Vince Gilligan startete mit 18 Nominierungen in die Emmy-Saison und holte am Sonntag vier Preise.
Für die Hauptgala bleiben allerdings einige der interessantesten Kategorien offen. „Pluribus“ ist als Outstanding Drama Series nominiert, Rhea Seehorn als beste Hauptdarstellerin. Auch Vince Gilligan erhielt Nominierungen für Drehbuch und Regie.
Damit zeichnet sich im Drama-Bereich weiterhin ein spannendes Duell ab: „The Pitt“ hat mehr Nominierungen und bereits eine starke Emmy-Historie, während „Pluribus“ zu den auffälligsten neuen Prestige-Serien der Saison gehört.
Was die bisherigen Ergebnisse wirklich über die Hauptgala verraten
Creative-Arts-Erfolge sind kein mathematischer Vorentscheid. Eine Serie kann viele technische Preise gewinnen und später trotzdem die wichtigste Serienkategorie verlieren. Trotzdem lassen sich aus der zweiten Nacht einige klare Signale herauslesen.
- „Widow’s Bay“ besitzt echte Breite. Acht Siege in verschiedenen Kategorien sind deutlich mehr als ein einzelner Überraschungserfolg.
- „DTF St. Louis“ hat starke Unterstützung bei den Schauspielern. Die Siege von Harbour und Cardellini machen die Serie im Limited-Series-Rennen interessanter.
- „The Pitt“ hat nichts Entscheidendes verloren. Viele seiner prominentesten Kategorien werden erst bei der Hauptgala entschieden.
- „Pluribus“ bleibt gefährlich. Vier frühe Siege und 18 Nominierungen insgesamt halten die Serie mitten im Rennen.
Vor allem im Comedy-Bereich hat sich die Lage verändert. Bislang wurde häufig über ein Duell zwischen dem etablierten „Hacks“ und dem neuen Herausforderer „Widow’s Bay“ gesprochen. Nach acht frühen Siegen ist der zweite Titel kaum noch als bloßer Außenseiter zu behandeln.
Welche Serien kann man in Deutschland streamen?
Für deutsche Zuschauer ist ein großer Teil der aktuellen Emmy-Favoriten bereits verfügbar.
| Serie | Streaming in Deutschland |
|---|---|
| Widow’s Bay | Apple TV |
| DTF St. Louis | HBO Max |
| The Pitt | HBO Max |
| Pluribus | Apple TV |
| Spider-Noir | Prime Video |
Die aktuelle Verfügbarkeit von „Widow’s Bay“, „The Pitt“, „Pluribus“ und „Spider-Noir“ lässt sich auch über die jeweiligen deutschen Streaming-Kataloge überprüfen.
Wann ist die große Emmy-Gala 2026?
Die wichtigste TV-Übertragung der 78th Emmy Awards findet am Montag, 14. September 2026, im Peacock Theater in Los Angeles statt. Beginn ist um 20 Uhr an der US-Ostküste beziehungsweise 17 Uhr an der Westküste.
Für Deutschland bedeutet das wegen der Zeitverschiebung: Die Gala beginnt in der Nacht auf Dienstag, 15. September, um 2 Uhr CEST.
In den USA übertragen NBC und Peacock live. Die beiden ersten Emmy-Nächte vom 5. und 6. September werden zuvor zu einer gemeinsamen Creative-Arts-Sendung zusammengeschnitten, die am 12. September auf FXX läuft. Den offiziellen Zeitplan veröffentlicht die Television Academy auf ihrer Emmy-Seite.
Nach der zweiten Nacht gibt es einen klaren Gewinner, aber noch keinen Gesamtsieger: „Widow’s Bay“ hat acht Trophäen sicher – die wichtigsten Entscheidungen im Comedy- und Drama-Rennen stehen trotzdem noch bevor.
Genau deshalb dürfte die Hauptgala nun interessanter werden. „Widow’s Bay“ kommt mit einem massiven Acht-Emmy-Paket, „The Pitt“ bleibt der nominierungsstärkste Titel des Jahres, „Pluribus“ hält im Drama-Rennen dagegen und „DTF St. Louis“ hat bereits bewiesen, dass seine Stärke weit über technische Kategorien hinausgeht.
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