Deutschland hat eine neue Weinkönigin: Paula Löber aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut trägt seit dem Abend des 25. September 2026 die Krone der Deutschen Weinkönigin. Die 29-Jährige setzte sich beim Finale in Neustadt an der Weinstraße gegen vier weitere Kandidatinnen durch, berichtet timestuff.de.
Für ihre Heimatregion ist der Erfolg etwas Besonderes. Seit 1993 hatte Saale-Unstrut keine Deutsche Weinkönigin mehr gestellt. Hinter der neuen Weinmajestät steckt allerdings weit mehr als ein Titel: Löber hat im Weinbau gearbeitet, Land- und Lebensmittelwirtschaft studiert und beschäftigt sich heute beruflich unter anderem mit Umwelt- und Energieprojekten.
Die neue Deutsche Weinkönigin verbindet praktische Erfahrung aus Weinberg und Keller mit einem beruflichen Schwerpunkt, der ziemlich genau zu den Zukunftsfragen der Weinbranche passt.
Paula Löber im Überblick
| Merkmal | Paula Löber |
|---|---|
| Alter | 29 Jahre |
| Geburtsjahr | 1996 |
| Herkunft | Gebürtig aus Stendal |
| Weinregion | Saale-Unstrut |
| Ausbildung | Industriekauffrau |
| Studium | Wirtschaftsingenieurwesen Agrar/Lebensmittel sowie Food and Agribusiness |
| Beruf | Projektmanagement Umwelt, Energie, Technik und Qualität bei Rotkäppchen-Mumm |
| Titel | 78. Deutsche Weinkönigin |
Die Angaben zu Ausbildung und beruflichem Werdegang stammen aus dem offiziellen Porträt von Paula Löber bei der Deutschen Weinmajestät.
Wie Paula Löber in die Weinwelt kam

Löbers Verbindung zum Wein entstand nicht erst mit ihrer Kandidatur für die Krone. Während ihrer Ausbildung im Landesweingut Kloster Pforta lernte sie sehr unterschiedliche Seiten des Berufs kennen.
Sie arbeitete nicht nur im kaufmännischen Bereich, sondern sammelte auch Erfahrungen direkt im Weinberg und im Keller. Hinzu kamen Weinverkostungen und Führungen, die sie selbst organisierte.
Damit kennt die neue Weinkönigin Wein nicht nur aus der Perspektive einer Repräsentantin, sondern auch aus dem Arbeitsalltag eines Weinguts.
Später vertiefte sie dieses Wissen in einem fünfjährigen Studium im Bereich Land- und Lebensmittelwirtschaft. Nach Angaben des SWR führten sie auch ihre Abschlussarbeiten zu Rotkäppchen-Mumm am traditionsreichen Standort Freyburg.
Was Paula Löber heute beruflich macht
Bei Rotkäppchen-Mumm beschäftigt sich Löber inzwischen mit Projekten aus Bereichen, die auf den ersten Blick wenig mit Krone und Weinfesten zu tun haben:
- Umwelt,
- Energie,
- Technik,
- Qualität.
Ihre Arbeit beschränkt sich dabei nicht nur auf Freyburg. Laut ihrem offiziellen Kandidatinnenporträt begleitet sie entsprechende Projekte auch an Unternehmensstandorten im Rheingau und in Baden.
Gerade dieser berufliche Hintergrund macht ihre Wahl interessant. Themen wie Energieverbrauch, Nachhaltigkeit, neue Produktionsmethoden und der Umgang mit Ressourcen beschäftigen längst auch Winzer und Weinproduzenten.
Warum der Sieg für Saale-Unstrut besonders ist
Paula Löber kommt aus einem vergleichsweise kleinen deutschen Weinanbaugebiet. Saale-Unstrut liegt hauptsächlich in Sachsen-Anhalt und Thüringen und ist für seine Weinberge entlang der Flusstäler von Saale und Unstrut bekannt.
Eine Deutsche Weinkönigin aus der Region ist selten: Zuletzt gelang einer Vertreterin von Saale-Unstrut der Sieg im Jahr 1993. Das bestätigt auch der SWR in seinem Bericht zum Finale 2026.
Paula Löber ist damit erst die zweite Deutsche Weinkönigin aus dem Anbaugebiet.
Nach mehr als drei Jahrzehnten geht die wichtigste Krone der deutschen Weinbranche damit wieder nach Saale-Unstrut.
So lief das Finale der Deutschen Weinmajestät 2026
Der Titel wird nicht allein nach Weinwissen vergeben. Beim Finale am 25. September in Neustadt an der Weinstraße mussten die fünf Finalistinnen unterschiedliche Aufgaben bewältigen.
Dazu gehörten unter anderem:
- eine verdeckte Weinverkostung,
- das Erkennen und Einordnen von Rebsorten,
- Wissens- und Spielrunden,
- spontane Auftritte auf der Bühne,
- eine persönliche Rede.
Bei der Blindverkostung hatten die Kandidatinnen beispielsweise nur kurze Zeit, um einen Wein zu beurteilen und Rebsorte sowie Herkunft einzuordnen. Persönlichkeit, Spontaneität und der Umgang mit unerwarteten Situationen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die Entscheidung fiel schließlich durch das Zusammenspiel von Fachjury und Publikum. Details zum Ablauf beschreibt das Deutsche Weininstitut in seiner offiziellen Mitteilung zur Wahl.
Wer sind die beiden Weinprinzessinnen 2026?
Paula Löber wird ihr Amtsjahr nicht allein absolvieren. Das neue Trio der Deutschen Weinmajestäten besteht aus:
| Amt | Name | Anbaugebiet |
|---|---|---|
| Deutsche Weinkönigin | Paula Löber | Saale-Unstrut |
| Deutsche Weinprinzessin | Kathrin Knierim | Rheinhessen |
| Deutsche Weinprinzessin | Natalie Schäfter | Württemberg |
Im Finale standen außerdem Anna Cölsch aus der Pfalz und Lena Roie aus dem Rheingau.
Was macht eine Deutsche Weinkönigin eigentlich?
Mit der Krönung beginnt für Paula Löber ein ungewöhnlich dichtes Jahr. Die Deutschen Weinmajestäten vertreten die deutsche Weinwirtschaft auf Veranstaltungen im In- und Ausland.
Nach Angaben des Deutschen Weininstituts stehen für das Trio innerhalb eines Jahres rund 200 Termine an. Dazu zählen:
- Wein- und Fachmessen,
- Publikumsveranstaltungen,
- Empfänge,
- Termine im Ausland,
- Veranstaltungen zu Themen der Weinwirtschaft und Weinbaupolitik.
Es handelt sich also nicht um einen reinen Ehrentitel. Die Weinmajestäten werden zu Botschafterinnen der Branche und müssen Weinwissen ebenso vermitteln können wie kompliziertere Themen verständlich erklären.
Aus einer Wahl an einem Freitagabend wird damit ein Jahr mit Terminkalender, Reisen und öffentlicher Verantwortung.
Welche Themen Paula Löber wichtig sind
Schon vor ihrer Wahl machte Löber deutlich, dass sie die Zukunft des deutschen Weins nicht allein in Traditionen sieht. In ihrem offiziellen Porträt nennt sie unter anderem nachhaltige Konzepte, eine klare Profilierung der einzelnen Anbaugebiete und eine moderne Kommunikation als wichtige Aufgaben.
Vor allem jüngere Menschen müssten dort erreicht werden, wo sie sich tatsächlich informieren und miteinander austauschen – also zunehmend auch über digitale Kanäle und soziale Medien.
Das passt zu ihrem beruflichen Profil. Statt Wein ausschließlich über Herkunft, Tradition und Genuss zu erklären, bringt Löber Themen wie Umwelt, Energie und moderne Kommunikation mit.
Von Stendal über Freyburg bis zur deutschen Weinkrone
Geboren wurde Paula Löber 1996 und stammt ursprünglich aus Stendal in Sachsen-Anhalt. Ihre berufliche und persönliche Verbindung zur Weinregion Saale-Unstrut entstand später.
Heute bezeichnet sie die Region selbst als Heimat. Neben dem Beruf und dem Wein spielt auch das Reisen eine Rolle in ihrem Leben. Ein Jahr verbrachte sie in Kansas in den USA. Nach Angaben ihres offiziellen Porträts spricht sie Englisch und Russisch und findet ihren Ausgleich unter anderem beim Joggen und in der Natur.
Beim Wein hat sie ebenfalls eine klare persönliche Vorliebe: Löber bezeichnet sich als Grauburgunder-Fan.
Paula Löber übernimmt die Krone von Anna Zenz
Ihre Vorgängerin als Deutsche Weinkönigin war Anna Zenz von der Mosel, die den Titel seit September 2025 getragen hatte. Gemeinsam mit den bisherigen Weinprinzessinnen Katja Simon und Emma Meinhardt übergab sie beim Finale die Kronen an das neue Trio.
Für Paula Löber beginnt damit ein Jahr, das vermutlich deutlich weniger Zeit im Büro und deutlich mehr Zeit auf Bühnen, Messen und Reisen bedeuten wird.
Der Sieg ist gleichzeitig ein bemerkenswertes Comeback für ihre Region: 33 Jahre nach dem Erfolg von 1993 stellt Saale-Unstrut wieder die Deutsche Weinkönigin.
Wer sich für deutsche Serienhighlights interessiert, findet bei uns auch alle wichtigen Infos zum Finale von „Babylon Berlin“ Staffel 5 und zum Schicksal von Gereon und Charlotte.
