Sarah Engels hat beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2026 in Wien einen der stärksten Publikumsreaktionen des Abends ausgelöst, berichtet timestuff.de unter Berufung auf br.de. Die deutsche Sängerin steht mit ihrem Song „Fire“ bereits im Finale, doch die große Frage lautet nun, gegen welche Konkurrenz sie am Samstag antreten muss.
Sarah Engels überzeugt vor dem ESC-Finale in Wien
Der Auftritt von Sarah Engels in der Wiener Stadthalle gehörte zu den auffälligsten Momenten des Abends. Die Sängerin präsentierte ihren Song „Fire“ vor rund 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern und wurde nach den letzten Tönen mit lautem Applaus gefeiert. Für Deutschland ist das ein wichtiges Signal vor dem Finale, denn das Land kämpfte in den vergangenen Jahren beim ESC häufig weniger um Spitzenplätze als um die Rückkehr zu einer stärkeren Rolle im Wettbewerb.
Die Inszenierung setzte auf Feuer, Bewegung und eine dynamische Bühnenshow. Sarah Engels trat selbstbewusst auf und sorgte für einen der spektakulärsten Momente, als sie sich rücklings von einem Podest in die Arme ihrer vier Tänzerinnen fallen ließ. Diese Szene brachte Risiko und Theatralik in den Auftritt, auch wenn ihre Stimme in den Proben offenbar noch kraftvoller gewirkt hatte.

„Fire“ von Sarah Engels ist nicht nur der deutsche ESC-Beitrag, sondern auch ein Versuch, Deutschland wieder das Gefühl eines großen Auftritts beim Eurovision Song Contest zu geben.
Deutschland musste nicht durch das Halbfinale, weil es zu den automatisch gesetzten Finalisten gehört. Nach dem Boykott Spaniens sind 2026 faktisch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Gastgeber Österreich direkt für das Finale qualifiziert. Das Finale des Eurovision Song Contest 2026 findet am 16. Mai in Wien statt, das zweite Halbfinale ist für den 14. Mai geplant.
Diese Länder stehen nach dem ersten ESC-Halbfinale im Finale

Im ersten Halbfinale traten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Ländern gegeneinander an, doch nur zehn von ihnen erhielten ein Ticket für das Finale. Nach den offiziellen Ergebnissen schafften Griechenland, Finnland, Belgien, Schweden, Moldau, Israel, Serbien, Kroatien, Litauen und Polen den Einzug in die nächste Runde. Diese Acts stoßen nun zu den automatisch gesetzten Finalisten und zu jenen Ländern, die im zweiten Halbfinale noch ermittelt werden.
Zu den auffälligsten Finalisten des Abends gehörten Israel mit Noam Bettan und dem Song „Michelle“, Schweden mit der maskierten Sängerin FELICIA sowie Finnland, vertreten durch Linda Lampenius an der Geige und Pete Parkkonen als Sänger. Auch der griechische Teilnehmer Akylas zog mit seinem grellen Bühnenlook und einer sehr bewegten Performance viel Aufmerksamkeit auf sich. Diese Beiträge erhielten genug Unterstützung, um weiter um den ESC-Sieg kämpfen zu können.
Nicht für das Finale qualifizierten sich Portugal, Georgien, Montenegro, Estland und San Marino. Besonders bitter war das Aus für San Marino, dessen bunter Pop-Auftritt mit Boy George zwar einen bekannten Namen aufbot, am Ende aber nicht die nötige Wirkung erzielte. Das erste Halbfinale zeigte damit erneut, dass Prominenz beim Eurovision Song Contest allein nicht reicht, wenn ein Auftritt an diesem Abend nicht genügend Stimmen sammelt.
Israels Teilnahme löst Proteste und Boykott mehrerer Länder aus

Der Eurovision Song Contest 2026 findet vor dem Hintergrund einer scharfen politischen Debatte über Israels Teilnahme statt. Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island boykottieren den Wettbewerb wegen der Haltung der EBU zu Israel und dem Krieg im Gazastreifen. Trotz des Drucks und der Forderungen nach einem Ausschluss blieb Israel im Wettbewerb, und Noam Bettan erreichte nach dem ersten Halbfinale das Finale.
Während des israelischen Auftritts reagierte das Publikum überwiegend freundlich, einzelne Unmutsrufe waren jedoch zu hören. Der Auftritt wurde dadurch nicht gestört, und der Finaleinzug blieb ungefährdet. Gleichzeitig machte die Reaktion deutlich, wie angespannt die Stimmung rund um den Wettbewerb in diesem Jahr ist.
In mehreren europäischen Ländern finden parallel Proteste und alternative Kulturveranstaltungen zur Unterstützung der Palästinenserinnen und Palästinenser statt. Eine solche Aktion gab es bereits in Brüssel, weitere Formate wurden unter anderem in Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien und Spanien angekündigt. Für den ESC entsteht dadurch eine ungewöhnliche Lage: Der Wettbewerb bleibt ein großes Musikereignis, doch die politische Dimension ist 2026 stärker sichtbar als sonst.
Moderation, Jubiläum und besondere Momente in Wien
Durch das erste Halbfinale führten Victoria Swarovski, bekannt aus „Let’s Dance“, und der Schauspieler Michael Ostrowski. Beide moderierten die Show sicher, auch wenn das Format nur wenig Raum für echte Spontaneität ließ. Ostrowski versuchte mit Kostümwechseln und kurzen Witzeinlagen mehr Lockerheit in den Abend zu bringen, doch manche Momente wirkten eher einstudiert als wirklich leicht.
Den Jubiläumscharakter des Wettbewerbs betonten die Organisatoren direkt zu Beginn der Show. Das erste Halbfinale eröffnete Vicky Leandros mit einer Kurzversion von „L’amour est bleu“, jenem Lied, mit dem sie 1967 für Luxemburg in Wien den vierten Platz erreichte. Dieser Einstieg verband den 70. Eurovision Song Contest mit seiner langen Geschichte und erinnerte daran, warum der Wettbewerb längst mehr ist als eine gewöhnliche TV-Show.
Der ESC in Wien wird in diesem Jahr von einem verstärkten Polizeiaufgebot geschützt. Wegen der internationalen Spannungen gelten für Besucherinnen und Besucher strenge Sicherheitsregeln, darunter Einschränkungen bei Taschen. Insgesamt besitzen rund 90.000 Menschen Tickets für die Shows, während die TV-Reichweite des Finales erneut bei mehr als 150 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern liegen dürfte.
Wie es beim Eurovision Song Contest 2026 weitergeht
Das zweite Halbfinale findet am Donnerstag, dem 14. Mai, statt und bestimmt zehn weitere Finalisten. Danach steht das komplette Teilnehmerfeld für das große Finale fest, das am Samstag, dem 16. Mai, in Wien ausgetragen wird. Dann wird Sarah Engels mit „Fire“ nicht mehr nur als gesetzte Teilnehmerin auftreten, sondern als deutsche Kandidatin im direkten Kampf um den ESC-Sieg.
Für Deutschland könnte dieses Finale mehr sein als nur ein weiterer Auftritt auf der ESC-Bühne. Sarah Engels bringt Bekanntheit, eine starke Fernsehbiografie und eine Inszenierung mit, die auf einer großen Arena gut funktioniert. Die Konkurrenz wirkt nach dem ersten Halbfinale jedoch bereits ernsthaft, besonders durch Finnland, Schweden, Israel und Griechenland.
Auch der Auftritt von San Marino sorgte in Wien für Gesprächsstoff, denn Boy George konnte trotz großer Bühne den Finaleinzug nicht retten.
