Kim, eine der auffälligsten Kandidatinnen der aktuellen Staffel von Germany’s Next Topmodel, hat nach ihrem Ausscheiden aus der Show erstmals offen darüber gesprochen, womit sie während ihrer Teilnahme konfrontiert war, berichtet timestuff.de unter Berufung auf ok-magazin.de. Ihren Worten nach fiel die Welle an Reaktionen in den sozialen Netzwerken deutlich härter aus, als sie es erwartet hatte. Statt normaler Kritik bekam sie häufig offen transfeindliche und queerfeindliche Angriffe zu spüren.
Kim gehörte zu den meistdiskutierten Kandidatinnen der Staffel
Die 26-jährige Berlinerin Kim zählte ohne Zweifel zu den auffälligsten und am stärksten diskutierten Models dieser GNTM-Staffel. Ihr Auftreten, ihre Ausstrahlung und allein ihre Präsenz in dem Format lösten beim Publikum starke Reaktionen aus, die von Beginn an sehr unterschiedlich ausfielen. Während Heidi Klum, die inzwischen 52 Jahre alt ist, Kim sichtbar mochte, kam in den sozialen Medien eine ganz andere Welle an Bewertungen auf die Kandidatin zu.
Die Diskussionen gingen schnell weit über Fragen zu Model-Qualitäten, Aussehen oder ihren Chancen in der Show hinaus. Kim zufolge bezogen sich viele Kommentare längst nicht mehr auf den Wettbewerb selbst, sondern direkt auf ihre Persönlichkeit und ihre Identität. Genau das machte die Situation so belastend, denn es ging nicht mehr um scharfe Meinungen von Zuschauern, sondern um blanke Hassbotschaften.
Nach ihrem Exit sprach Kim über das Ausmaß des Hasses

Bis ins Finale schaffte es Kim nicht: Kurz vor der Reise der Kandidatinnen nach Los Angeles musste sie die Show verlassen und ihre Koffer packen. Erst danach erzählte sie in einem Interview mit Ramon Wagner, dass ihr schon vor der Ausstrahlung klar gewesen sei, wegen ihrer persönlichen Geschichte zu den polarisierendsten Figuren der Staffel zu gehören. Trotzdem war selbst sie nicht darauf vorbereitet, wie massiv die Welle an Aggressionen im Netz tatsächlich ausfallen würde.
Kim sagte offen, dass sie am Ende selbst schockiert gewesen sei über das Ausmaß der negativen Reaktionen. Diese Erfahrung habe deutlich gemacht, wie toxisch der öffentliche Raum für trans Menschen sein könne, besonders dann, wenn es um große TV-Formate mit Millionenpublikum gehe. Ihre Geschichte als GNTM-Kandidatin ging damit weit über eine übliche Reality-TV-Debatte hinaus und machte ein viel größeres gesellschaftliches Problem sichtbar.
So reagierte Kim auf transfeindliche Nachrichten
Trotz des Drucks ließ Kim sich von diesem Hass nicht brechen. Sie erklärte, dass sie für sich relativ früh eine klare Grenze gezogen habe: Sie hörte auf, die Flut an Beleidigungen zu lesen, und löschte negative Kommentare, die auf ihre Profile übergriffen, konsequent. Wer diese Grenze überschritt, wurde ohne lange Diskussion blockiert, und für Kim war das Thema damit erledigt.
Dieser Umgang war für sie kein Ausweichen, sondern eine Form des Selbstschutzes. Kim machte deutlich, dass sie ihre Energie nicht an Menschen verlieren wolle, die nicht an einem ehrlichen Austausch interessiert seien, sondern nur verletzen wollten. Ihre Haltung klingt entschlossen, doch genau diese Konsequenz half ihr offenbar dabei, ihr inneres Gleichgewicht in einer besonders belastenden Zeit zu bewahren.
Das war keine Kritik, sondern offene Feindseligkeit
Kim betonte außerdem, dass ein großer Teil der Reaktionen im Netz nichts mit konstruktiver Kritik zu tun gehabt habe. Nach ihrer Darstellung bestand der überwiegende Teil dieser Kommentare aus Transfeindlichkeit und Ablehnung gegenüber queeren Menschen. Dieser Punkt ist entscheidend, weil er den Blick auf die gesamte Situation verändert: Es ging nicht um harten Fan-Gegenwind, sondern um diskriminierende Angriffe.
Gerade deshalb sorgt ihre Geschichte auch über die Grenzen des Showgeschäfts hinaus für Aufmerksamkeit. Die Teilnahme einer trans Frau an einem bekannten TV-Format wird von einem Teil des Publikums noch immer nicht als Anlass für Diskussion, sondern für Aggression verstanden. Das zeigt, dass Fragen nach Sichtbarkeit, Akzeptanz und Sicherheit im medialen Raum auch im Jahr 2026 nichts von ihrer Brisanz verloren haben.
Kim bereut ihre Teilnahme an GNTM nicht
Trotz allem, was sie erlebt hat, stellte Kim klar, dass sie ihre Teilnahme an Germany’s Next Topmodel keine Sekunde bereut. Sie sagte, dass sie weder während der Dreharbeiten noch später während der Ausstrahlung jemals gedacht habe, dass sie diesen Schritt lieber nicht hätte gehen sollen. Ihren Worten nach ist sie schon lange mit sich selbst im Reinen und hat genug Selbstbewusstsein aufgebaut, um ihren Weg nicht wegen des Hasses anderer infrage zu stellen.
Diese Haltung sagt viel über Kim selbst aus, aber auch über den Preis der Öffentlichkeit für Menschen, die Gruppen repräsentieren, die auf großen Bühnen noch immer zu selten sichtbar sind. Wer auf einer derart großen Plattform auftritt, steht nicht nur im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern auch in einem Bereich erhöhter Angriffsfläche. Dass Kim selbst unter diesem Druck nicht zurückgewichen ist, hat ihre öffentliche Wahrnehmung eher noch weiter geschärft.
Für Kim ging es um mehr als nur um den Titel
Auch wenn Kim die Show nicht gewinnen konnte, machte sie deutlich, dass ihre Teilnahme von Anfang an mehr bedeutete als nur der Kampf um den Titel. Für sie war es die Möglichkeit, sichtbar zu sein, anderen Menschen Mut zu machen und daran zu erinnern, dass die queere Community auf großen medialen Plattformen nicht nur punktuell, sondern selbstverständlich und dauerhaft präsent sein sollte. Für Kim ist das kein symbolischer Akt, sondern ein Spiegel der realen Lebenswirklichkeit.
Aus ihrer Sicht sind queere Menschen auf großen Plattformen noch immer nicht ausreichend repräsentiert, und genau daran müsse sich endlich etwas ändern. Sie bezeichnete diese Sichtbarkeit als wichtig, weil sie der Realität des Jahres 2026 entspreche. Genau darin liegt offenbar auch das zentrale Fazit ihrer GNTM-Teilnahme: Selbst ohne Sieg konnte Kim ihre Präsenz in der Show in ein starkes öffentliches Signal verwandeln.
Mehr über die politischen Pläne von Lars Klingbeil lesen Sie auch in unserem nächsten Material zu Steuerreform, Ehegattensplitting und Rente.
