Der erste Erfolg der SG Flensburg-Handewitt in der Hauptrundengruppe der European League stand unter einem schweren Schatten: Während der Partie kam es in der Halle zu einem medizinischen Notfall, der tödlich endete, berichtet timestuff.de unter Berufung auf mopo.de.
Sieg auf dem Papier, doch die Stimmung war eine andere
Nach dem 40:35 (21:20) gegen den französischen Klub Montpellier HB teilte der Titelverteidiger mit, dass es auf den Rängen oder im Bereich der Arena zu einem akuten medizinischen Zwischenfall gekommen sei. Trotz des schnellen Eingreifens von Medizinern und Helfern gelang es nicht, das Leben der betroffenen Person zu retten – alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Damit rückte das Sportliche an diesem Abend unweigerlich in den Hintergrund. Selbst die 40 Treffer gegen einen starken Gegner konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Halle etwas viel Bedeutenderes passiert war. Für Mannschaft und Fans wird dieses European-League-Spiel daher vor allem wegen der Tragödie in Erinnerung bleiben.
Klubreaktion: Handball rückte an diesem Abend in den Hintergrund

Geschäftsführer Holger Glandorf betonte, die Gedanken des Vereins seien in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen. In Momenten wie diesen, so seine Worte, verlieren Handball und alle sportlichen Emotionen an Gewicht. Die SG Flensburg-Handewitt setzte damit ein klares Zeichen und machte deutlich, dass menschliches Leben wichtiger ist als jedes Ergebnis. Vor diesem Hintergrund bekommt selbst ein Sieg über Montpellier HB eine andere Bedeutung. Der Verein rückte die Anteilnahme sichtbar in den Mittelpunkt.
Der Wendepunkt fiel im letzten Viertel

Bis weit in die zweite Halbzeit blieb die Partie eng und intensiv: Zur Pause führte Flensburg-Handewitt nur knapp mit 21:20, insgesamt bewegten sich beide Teams lange auf Augenhöhe. Erst im letzten Viertel wirkte die deutsche Mannschaft stabiler und zog Schritt für Schritt davon. Ein Schlüsselmoment ereignete sich beim Stand von 33:31 in der 49. Minute, als Torhüter Benjamin Buric einen Siebenmeter von Benjamin Richert parierte. Diese Szene nahm Montpellier Tempo und gab Flensburg zusätzlich Rückenwind.
Buric und die konsequente Offensive entschieden die Partie
Direkt nach der Parade nutzte Flensburg-Handewitt die Situation eiskalt: Niclas Kirkelökke erhöhte im folgenden Angriff auf 34:31 und brachte sein Team in eine bessere Ausgangslage. Montpellier versuchte anschließend, noch einmal heranzukommen, doch die Zeit lief gegen die Gäste und jeder Fehler wog schwerer. Spätestens in der 57. Minute war die Entscheidung gefallen, als Buric beim Stand von 38:35 auch den Siebenmeter von Valentin Porte entschärfte. Danach blieb Flensburg nur noch, das Spiel kontrolliert zu Ende zu bringen. Am Ende stand ein 40:35, das sportlich überzeugte, emotional aber von einem tragischen Ereignis begleitet wurde.
Rückspiel in Südfrankreich: Termin steht fest
Das Rückspiel der beiden Teams in der European League findet bereits am Dienstag in Südfrankreich statt. Anwurf ist um 20:45 Uhr, übertragen wird die Partie bei Dyn. Für Montpellier HB ist es die Chance, vor heimischer Kulisse zurückzuschlagen, während die SG Flensburg-Handewitt ihren Erfolg bestätigen will. Nach den Ereignissen dieses Abends bleibt jedoch vor allem eines wichtig: Mitgefühl und Unterstützung für die Angehörigen der Person, die während des Spiels verstorben ist.
Auch abseits des Spielfelds sorgt Sport für Schlagzeilen – warum Franziska Preuß nach Olympia aufhören will, bewegt gerade Antholz.
