Matthew Perry war für Millionen Zuschauer Chandler Bing aus „Friends“. Doch seine Familie und engsten Freunde kannten einen Menschen, dessen Leben weit über die berühmte Sitcom hinausging. Seit Dienstag, dem 27. Oktober 2026, ist die dreiteilige Dokumentarserie „The One About Matthew Perry“ auf Netflix in Deutschland verfügbar. Das Nachrichtenportal timestuff.de hat die Informationen zum Streamingstart, den Beteiligten und den Inhalten der drei Folgen zusammengetragen. Besonders persönlich wird die Produktion durch bislang unveröffentlichte Familienaufnahmen und Erinnerungen von Menschen, die Perry teilweise seit seiner Jugend begleiteten.
Netflix-Doku über Matthew Perry: Was steckt hinter der neuen Serie?
Die Dokumentation erzählt Perrys Geschichte nicht ausschließlich anhand seiner Fernsehkarriere. Sie beschäftigt sich ebenso mit seinen Freundschaften, seiner Familie, seinem jahrelangen Kampf gegen die Sucht und seinem Einsatz für andere Betroffene.
Regie führte die Emmy-Preisträgerin Mary Robertson. Produziert wurde die Serie von Maxine Productions, einem Unternehmen von Sony Pictures Television. Nach Angaben von Netflix Tudum standen für die Dreharbeiten zahlreiche Menschen vor der Kamera, die Perry persönlich oder beruflich eng verbunden waren.
Der entscheidende Unterschied zu einer gewöhnlichen Hollywood-Biografie liegt in der Perspektive: Nicht Perrys berühmteste Rolle, sondern die Erinnerungen seiner engsten Vertrauten sollen das Bild des Schauspielers vervollständigen.
Die Produktion verwendet außerdem private Fotografien und Videos aus dem Familienarchiv, die zuvor nicht öffentlich gezeigt wurden. Sie dokumentieren Lebensabschnitte, die Zuschauer aus Fernsehauftritten und Interviews kaum kennen.
Matthew Perrys Schwester spricht erstmals vor der Kamera
Eine zentrale Rolle übernimmt Mia Perry Bowick, die jüngere Schwester des Schauspielers. Sie hatte frühere Angebote, öffentlich über ihren Bruder zu sprechen, abgelehnt. Für die Netflix-Dokumentation erzählt sie nun erstmals vor einer Kamera von ihren gemeinsamen Erinnerungen.
Bowick arbeitet als Psychotherapeutin. Im Gespräch mit Netflix erläuterte sie, dass auch der Versuch, die Suchterkrankung ihres Bruders besser zu verstehen, ihren beruflichen Weg beeinflusst habe.
„Es hat Zeit gebraucht, bis ich bereit war, diese Erinnerungen zu teilen und darüber zu sprechen, wie es war, Matthew mit all der Komplexität seines Lebens zu lieben.“– Mia Perry Bowick im Gespräch mit Netflix Tudum, aus dem Englischen übersetzt
Die Gespräche während der Dreharbeiten hätten ihr zudem geholfen, ihre eigene Trauer besser zu verstehen. Besonders wichtig sei ihr gewesen, Matthew weder auf Chandler Bing noch auf seine Suchterkrankung zu reduzieren.
Auch langjährige Freunde und Kollegen schildern ihre Erfahrungen mit dem Schauspieler. Zu den Beteiligten gehören:
- Roger Castillo: Perrys Freund seit mehr als 40 Jahren. Er lernte ihn kennen, als Perry 17 Jahre alt war, und fuhr ihn später zum Vorsprechen für „Friends“.
- David Pressman: Schauspieler und langjähriger Freund, der gemeinsam mit Perry seine ersten beruflichen Schritte in Los Angeles erlebte.
- Jeff Strauss: Autor und Produzent der ersten „Friends“-Staffel, der an der Entwicklung der Figur Chandler Bing beteiligt war.
- Tim Harrington: Er begegnete Perry 2001 bei einem Treffen zur Suchtbewältigung. Später wohnten die beiden zusammen. Harrington sagt, Perry habe sein Leben gerettet.
- West Huddleston: Ein Wegbegleiter, der gemeinsam mit Perry für einen anderen gesellschaftlichen und juristischen Umgang mit Suchterkrankungen eintrat.
Damit kommen nicht nur Menschen aus der Filmbranche zu Wort. Die Serie zeigt auch, welche Beziehungen Perry außerhalb des Rampenlichts pflegte und wie er das Leben anderer beeinflusste.
Was zeigen die drei Folgen von „The One About Matthew Perry“?
Netflix hat die Inhalte der einzelnen Episoden bereits auf seiner deutschen Serienseite veröffentlicht. Gemeinsam ergeben sie ein Porträt, das Perrys Jugend, seine größten Erfolge und die schwierigen letzten Lebensjahre miteinander verbindet.
- Folge 1 – 58 Minuten: Die erste Episode beginnt mit Perrys Jugend und seinen frühen Schauspielambitionen. Sie erzählt, wie aus dem Klassenclown ein Nachwuchsdarsteller wurde und wie das Casting für „Friends“ sein Leben veränderte.
- Folge 2 – 61 Minuten: Im Mittelpunkt steht Perrys Suchterkrankung, die zunehmend öffentlich sichtbar wurde. Die Dokumentation behandelt den schwierigen Versuch, eine erfolgreiche Schauspielkarriere mit Entzugsbehandlungen und wiederkehrenden Rückfällen zu vereinbaren.
- Folge 3 – 62 Minuten: Der abschließende Teil konzentriert sich auf Perrys spätere Lebensjahre. Nach einem schweren medizinischen Vorfall setzt er Hoffnungen in eine neue Behandlung. Die Episode beschäftigt sich schließlich mit den Umständen, die zu seinem Tod führten.
Zusammen haben die drei Folgen eine Laufzeit von 181 Minuten, also drei Stunden und einer Minute. Damit nimmt sich die Produktion deutlich mehr Zeit als ein einzelner Dokumentarfilm.
Wer ausschließlich Geschichten vom Set der Kultserie „Friends“ erwartet, dürfte überrascht werden: Die Netflix-Produktion beschäftigt sich mindestens ebenso intensiv mit Perrys Leben außerhalb der Fernsehstudios.
Warum fehlen Jennifer Aniston und die anderen „Friends“-Stars?
Eine auffällige Entscheidung betrifft die Besetzung der Dokumentation. Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und David Schwimmer sind nicht mit neuen Interviews vertreten.
Regisseurin Mary Robertson bestätigte gegenüber Netflix, dass das Produktionsteam die fünf ehemaligen Serienkollegen angefragt hatte. Sie entschieden sich jedoch gegen eine Teilnahme. Die Dokumentation verwendet trotzdem Archivaufnahmen aus der gemeinsamen „Friends“-Zeit.
Robertson betonte, dass die Darsteller Matthew Perry geliebt hätten und jeder auf eigene Weise um ihn trauere. Ihre Entscheidung gegen neue Interviews müsse deshalb nicht als persönliche Distanz verstanden werden.
Stattdessen konzentriert sich die Serie stärker auf Menschen, die Perry bereits vor seinem weltweiten Durchbruch kannten. So wird etwa durch die Erinnerungen von Roger Castillo deutlich, wie sein Leben vor dem großen Erfolg aussah.
Mit Jeff Strauss ist außerdem ein wichtiger kreativer Wegbegleiter aus den Anfangsjahren von „Friends“ beteiligt. Er bringt eine Perspektive auf die Entstehung der Serie und der Figur Chandler Bing ein, die über bekannte Fernsehinterviews hinausgehen soll.
Warum die Doku auch Perrys Kampf gegen die Sucht behandelt
Matthew Perry hatte selbst wiederholt offen über seine Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten gesprochen. In seiner 2022 veröffentlichten Autobiografie „Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing“ beschrieb er die erheblichen gesundheitlichen und persönlichen Folgen.
Die Netflix-Serie greift dieses Thema erneut auf, verknüpft es jedoch mit den Erfahrungen seiner Angehörigen und Freunde. Dabei geht es auch um Perrys Bemühungen, andere Menschen auf ihrem Weg aus der Abhängigkeit zu unterstützen.
Der Schauspieler starb am 28. Oktober 2023 im Alter von 54 Jahren. Die neue Dokumentation erscheint somit nur einen Tag vor seinem dritten Todestag.
Neben den persönlichen Erinnerungen kommen auch Menschen zu Wort, die mit den juristischen Folgen seines Todes befasst waren. Dazu gehört E. Martin Estrada, der frühere US-Bundesstaatsanwalt für den Central District of California.
Robertson möchte mit der Serie nicht nur die glücklichen Augenblicke hervorheben. Nach ihrer Darstellung gehören auch die schwierigen Erfahrungen zur Lebensgeschichte Perrys.
Die Dokumentation behandelt damit sensible Themen wie Abhängigkeit, Drogenkonsum und Tod. Zuschauer sollten sich darauf einstellen, dass neben humorvollen Erinnerungen auch belastende persönliche Schilderungen vorkommen.
Wo kann man „The One About Matthew Perry“ in Deutschland sehen?
Die Serie ist seit dem 27. Oktober 2026 bei Netflix abrufbar. Sie erschien in Deutschland um 8 Uhr morgens und kann dort im Rahmen eines Netflix-Abonnements gestreamt werden.
Auf der deutschen Netflix-Seite sind alle drei Episoden aufgeführt. Neben der englischen Originalfassung stehen unter anderem eine deutsche Synchronfassung sowie deutsche Untertitel zur Verfügung. Netflix gibt für Deutschland eine Altersfreigabe ab 12 Jahren an.
Auch der offizielle Trailer mit einer Laufzeit von etwas mehr als zwei Minuten lässt sich auf der Netflix-Seite zur Dokumentation ansehen.
Mit „The One About Matthew Perry“ entsteht ein Porträt, das bewusst über die Figur Chandler Bing hinausgeht. Die bislang unveröffentlichten Familienaufnahmen und die Aussagen seiner engsten Freunde bilden dabei den wichtigsten neuen Bestandteil.
Ob die Serie Perrys komplexem Leben vollständig gerecht wird, bleibt eine Frage der persönlichen Bewertung. Sie bietet jedoch eine Gelegenheit, den Schauspieler aus der Sicht jener Menschen kennenzulernen, die ihn schon lange vor seinem Weltruhm kannten und ihm bis zuletzt verbunden blieben.
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