Russland zieht die Schrauben im Internet weiter an – nun geraten auch populäre Messenger zunehmend unter Druck, berichtet timestuff.de unter Berufung auf tagesschau.de. WhatsApp reagiert deutlich auf die Restriktionen und warnt: Die Folgen werden Millionen Menschen im Land spüren.
WhatsApp an den Kreml: Weniger Zugang bedeutet weniger Sicherheit
Das WhatsApp-Team kritisiert, dass der Dienst in Russland nur noch stark eingeschränkt funktioniert. Eine Sprecherin des Messengers, der zum Meta-Konzern gehört, erklärte, mehr als 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer von privater und sicherer Kommunikation auszuschließen, mache die Menschen in Russland weniger sicher. Das Unternehmen betont, alles zu tun, um die Verbindung zwischen den Nutzerinnen und Nutzern trotz Druck und Blockaden aufrechtzuerhalten.
Formell bleibt WhatsApp in Russland zwar verfügbar, praktisch wird die Nutzung aber zunehmend schwierig. In vielen Fällen funktioniert der Dienst überwiegend über VPN-Verbindungen (Virtual Private Network), mit denen sich Einschränkungen umgehen lassen. Gleichzeitig geht die russische Regierung auch gegen VPNs härter vor und schließt damit die letzten „Fenster“ zu gewohnten Online-Diensten.
Auch VPNs im Visier: Gesetz gegen Werbung für Umgehungstools
Ein zusätzlicher Schlag trifft die Verbreitung von Informationen über VPNs. Im September wurde in Russland ein Gesetz verabschiedet, das Werbung für VPN-Verbindungen verbietet – also sogar öffentliche Hinweise darauf, wie Blockaden umgangen werden können. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Es wird nicht nur schwerer, eine Verbindung herzustellen, sondern auch schwieriger, überhaupt legale Wege zur Nutzung solcher Dienste zu finden.
Unterm Strich greifen die Einschränkungen wie Zahnräder ineinander. Der Messenger ist langsam oder gar nicht erreichbar, während Werkzeuge zur Umgehung von Sperren gleichzeitig aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden. Dieses System verändert nach und nach digitale Gewohnheiten und lenkt Menschen hin zu Alternativen, die der Staat unterstützt – genau in diesem Klima bewirbt der Kreml eigene Lösungen als Ersatz für internationale Plattformen.
Peskow: Meta beugt sich nicht – Umstieg auf die staatliche Plattform Max
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verteidigte die Einschränkungen von WhatsApp öffentlich. Seinen Worten nach seien die Maßnahmen eine Reaktion darauf, dass Meta sich weigert, Anforderungen und Regeln des russischen Rechts umzusetzen. Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, auf die staatliche Plattform Max umzusteigen, über die nicht nur Chats, sondern auch Zahlungen sowie staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden können.
Max wurde im vergangenen Jahr eingeführt und ist in bestimmten Bereichen bereits verpflichtend. In Chatgruppen von Bildungseinrichtungen und in vielen weiteren staatlich regulierten Bereichen wird der Dienst faktisch als Standard festgeschrieben. WhatsApp bezeichnete Max als „staatliche Überwachungs-App“ und warnte davor, dass die Regierung Nutzerinnen und Nutzer dorthin drängen wolle.
Roskomnadsor und Vorwürfe: Terrorismus, Betrug und Erpressung
Die russische Telekom-Aufsicht Roskomnadsor erhöht seit Längerem den Druck auf Meta und droht immer wieder mit weiteren Sperrungen. Die Behörde behauptet, WhatsApp werde zur „Organisation terroristischer Aktivitäten im Land“ genutzt sowie für Betrug und zur Erpressung von Geld von Bürgerinnen und Bürgern. Mit solchen Begründungen untermauert Moskau regelmäßig Internetzensur und Restriktionen gegen große Plattformen.
Diese Argumentation passt in einen breiteren Trend: Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine verschärft Russland die Kontrolle über den digitalen Raum spürbar. Der Zugang zu Plattformen, die sich nicht direkt administrativ steuern lassen, wird systematisch eingeschränkt. Für viele Menschen bleibt damit ein „Entweder-oder“: komplizierte Umwege – oder der Wechsel zu staatlichen Diensten mit deutlich weniger Privatsphäre.
Nicht nur WhatsApp betroffen: Telegram und iMessage ebenfalls eingeschränkt
Neben WhatsApp wurden in Russland auch andere Messenger in ihrer Nutzung eingeschränkt. Unter Druck stehen Telegram sowie iMessage von Apple, die ebenfalls mit sinkender Verfügbarkeit zu kämpfen haben. Telegram zählt – wie WhatsApp – zu den beliebtesten Messengern in Russland, weshalb Einschränkungen vor allem die breite Öffentlichkeit treffen.
Bekannt ist, dass Telegram bereits im Januar in Russland weitgehend blockiert wurde. Auch die Lage im Meta-Ökosystem ist seit Jahren klar: Schon 2022 wurde der Konzern in Russland als „extremistisch“ eingestuft. Facebook und Instagram sind seitdem verboten – und neue Restriktionen weiten diese Linie nun zunehmend auf Dienste aus, die viele Menschen für ihre tägliche Kommunikation nutzen.
Wenn dich interessiert, wann Season 2 von Battlefield 6 startet und was die Verschiebung bedeutet, lies hier weiter.
